Städtereise: Riga

Estland, Lettland, Litauen – das sind die Baltischen Staaten von Norden nach Süden. Lettland liegt folglich zwischen Litauen, dem größten, und Estland, dem kleinsten der drei Baltischen Staaten. Die lettische Hauptstadt Riga ist mit gut 700.000 Einwohnern die bei weitem größte Stadt des Baltikums und zugleich ein wichtiges Wirtschaftszentrum. Geografischer und kultureller Mittelpunkt des Landes ist Riga, die Stadt an der Mündung des Düna-Flusses. Mit ihrem Hafen ist sie zugleich eine Drehscheibe für den Schiffsverkehr nach Skandinavien.

Riga versprüht bereits auf den ersten Blick Ostseecharme. Wenn man sich der Stadt mit dem Schiff über den Düna-Fluss nähert, erkennt man sofort, dass die lettische Hauptstadt sehenswert sein muss. Die Türme der Petrikirche und des Doms, der größten baltischen Kirche, überragen als historische Zeitzeugen einer bewegten Geschichte die Dächer der Stadt.

Ihr Baustil verrät den Einfluss der norddeutschen Backsteingotik, die im gesamten Ostseeraum der prägende Baustil des Mittelalters war. Seit 1522 ist die Stadt weitestgehend lutheranisch-protestantisch, was das Ende des Erzbistums Riga bedeutete. Und auch die jüngere Geschichte der Stadt ist durchaus turbulent gewesen, denn nach dem Ende der deutschen Besatzung im Jahr 1944 wurde Lettland als Sozialistische Sowjetrepublik unter die Herrschaft des Kremls gestellt.

Riga wurde erst 1991, nach der Unabhängigkeit vom sowjetischen Riesenreich, wieder die Hauptstadt des souveränen lettischen Staates. Seit Einführung des Lettischen als Amtssprache wanderten viele Russen, die 2001 noch rund 45 Prozent der Bevölkerung ausmachten, aus Riga ab. Die Folge dessen war ein drastischer Bevölkerungsrückgang, aber auch die Stärkung der lettischen Bevölkerung.

Ein Spaziergang durch die Stadt macht deutlich, dass die lettischen – um nicht zu sagen skandinavischen – Einflüsse die Stadt stärker prägen als die russischen. Riga hat sein Gesicht bewahrt. Symbol des neuen lettischen Selbstbewusstseins ist das Rigaer Schloss, dem Amtssitz des lettischen Staatspräsidenten.

An den sehenswerten Ensembles des Rathaus- und Domplatzes ist ablesbar, dass Riga einst dem Bund der Deutschen Hanse angehörte. Das gotische Schwarzhäupterhaus aus dem Jahre 1334 ist Zeuge dieser Vergangenheit. Hier trafen sich einst lettische und deutsche Kaufleute.

Eines der sehenswertesten Viertel von Riga ist die außerhalb des Altstadtrings gelegene Neustadt. Sie ist eines der besterhaltenen Jugendstilviertel in Europa. Nach dem Ende der Sowjetzeit erkannten die Stadtväter diesen architektonischen Schatz und investierten in die Sanierung dieses Erbes. Der chronische Geldmangel der Sowjets war Glück und Unglück zugleich, denn einerseits fehlte das Geld, die Gebäude instand zu halten, andererseits fehlten die Mittel, um sie abzureißen.

Foto: CC 3.0 Brunswyk

, ,

Keine Kommentare bisher.

Hinterlasse eine Antwort