Städtereise: Athen

Die griechische Hauptstadt Athen ist mit rund drei Millionen Einwohnern nicht nur die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, sondern auch das kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum. Athen ist von drei Seiten von Gebirgszügen umgeben, und nur der Süden der Stadt öffnet sich dem Saronischen Golf. Klimatisch gesehen verfügt die Stadt fast über eine Schönwettergarantie, was allerdings auch erhebliche Nachteile hat. Im Sommer kühlt der dicht bebaute Ballungsraum selbst nachts kaum unter 25 Grad ab.

Athen ist die älteste Weltstadt Europas und die Wiege der modernen Demokratie, die in der griechischen Polis gewisserweise schon weit vor Christi Geburt „erprobt“ wurde. Der Name der Stadt leitet sich von der griechischen Göttin Athene ab, so zumindest will es der Gründungsmythos.

Touristischer Hauptanziehungspunkt ist die als Wahrzeichen der Stadt über Athen thronende Akropolis. Dieser 156 Meter hohe Hausberg Athens war in der Antike das religiöse Zentrum der Stadt. Noch heute befinden sich hier Überreste verschiedener Tempel und der weltweit bekannte Parthenon. Dieser um das Jahr 440 v. Christus zu Ehren der Göttin Athene errichtete Säulentempel ist eines der schillerndsten Werke griechischer Baukunst. Eine weitere bedeutende Hinterlassenschaft der Antike ist die Agora, jener Versammlungsplatz, der in der griechischen Polis die Funktion des Forums übernahm.

Im Gegensatz zu den antiken Schätzen und der ruhmreichen Vergangenheit hatte das moderne Athen lange Jahre einen schlechten Ruf. Luftverschmutzung, ein chaotisches Stadtbild und Verkehrschaos trugen maßgeblich zu diesem Image bei. Inzwischen, besonders seit der Ausrichtung der 28. Olympischen Sommerspiele im Jahr 2004, hat sich in Athen einiges getan. Die wenigen Grünflachen wurden aufgewertet und mit dem Ausbau der Metro hat die Stadt auch einen wichtigen Schritt in Richtung moderne Infrastruktur unternommen.

Zwar sind die Wohnblocks aus der Vogelperspektive nach wie vor prägend im Stadtbild, aber beim genaueren Hinsehen erkennt man auch traditionelle griechische Bauten – etwa die byzantinischen Kirchen und Klöster. Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Kapnikarea-Kirche ist eine von vielen.

Das belebte und bei Touristen hoch im Kurs stehende Viertel Plaka ist eines der ältesten Athens. Dreh- und Angelpunkt des Plakaviertels ist der Monastiraki-Platz. Im Wirrwarr der von hier aus wegführenden Gassen gibt es viele Studentenkneipen und griechische Tavernen.

Athen ist nicht nur die Wiege der Demokratie, sondern auch Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit gewesen (1896). Eine Disziplin feierte in der griechischen Hauptstadt allerdings schon viel früher ihre Geburtsstunde: der Marathonlauf. Er geht auf die Strecke zurück, die der Bote Pheidippides 490 v. Christus erstmalig zurücklegte. Für die 42,195 Kilometer von Athen nach Marathon benötigte er damals zwei Tage und brach danach tot zusammen.

Foto: CC 2.0 Jay Galvin

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