Städtereise: Bukarest

Die rumänische Hauptstadt (rumänisch Bucuresti) ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des größten Balkanstaates. Auf einer Fläche von 228 Quadratkilometern erstrecken sich die sechs Sektoren (Stadtbezirke) im Tal der Dambovita. Bukarest liegt ungefähr 100 Kilometer südlich der Karpaten und ist gut 250 Kilometer von der Schwarzmeerküste entfernt. Die Donau verläuft südlich von Bukarest, so dass die Stadt südlich die Tiefebene des Deltavorlandes grenzt.

Gemeinhin ist über Bukarest in den Ländern der „alten EU“ relativ wenig bekannt. Die Schandtaten des ehemaligen Diktators Nicolae Ceausescu und dessen anmaßende Protzbauten mögen viele noch im Hinterkopf haben, aber die graue Vergangenheit haben die Einwohner von Bukarest offenbar längst vergessen. In den Jahren vor dem EU-Beitritt hat die Stadt einen lange nicht gekannten Aufschwung als Wirtschafts- und Kulturzentrum erlebt.

Die Innenstadt von Bukarest muss sich von ihrer Anlage nicht einmal vor Paris verstecken: Der Justizpalast, der Stirbeypalast und das Gebäude der Nationalbank sind repräsentative Bauten aus dem 19. Jahrhundert, die nicht der sozialistischen Bauwut des ex-Diktators zum Opfer fielen. Das vielleicht bemerkenswerteste Gebäude dieser Epoche ist das Athenäum. Dieser Rundbau mit klassizistischem Säulenportikus sollte ursprünglich einen Zirkus beherbergen, der wegen des Umbaus zur Konzerthalle im Jahre 1888 dort allerdings nie Einzug hielt.

Als Sitz des Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche beherbergt Bukarest einen großen Schatz an Kirchenbauten. Die wichtigste Kirche ist die 1658 vollendete Kathedrale, Sitz des Patriarchen. Sehenswert ist neben der Kirche Curta-Vechi auch die Kirche Sfinti-Apostoli mit ihrer prächtigen Ikonostase. Schloss Cotroceni, das heute Sitz des Präsidenten ist, beherbergt das Nationalmuseum.

Der nach dem Zusammenbruch des Ostblocks gestürzte Diktator Nicolae Ceausescu hat versucht, Bukarest seine eigene architektonische Note aufzudrücken, indem er ganze Stadtviertel abreißen ließ. In seinem Größenwahn ließ er breite Boulevards und als Zeichen der Machtdemonstration überdimensionierte Repräsentationsbauten errichten, die teilweise nie fertig gestellt oder großenteils nie genutzt wurden. Vor allen Dingen der im Jahr 1980 von ihm angelegte Boulevard der Einheit ist Ausdruck seines Machtgehabes. Ein weiterer Superlativ ist der Parlamentspalast, der mit einer Grundfläche von 65.000 Quadratmetern das zweitgrößte Gebäude der Welt ist.

Foto: CC 2.0 Dracula&stuff

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