Infos zur neuen Flugverkehrssteuer

Flugreisende werden durch die neue Flugverkehrssteuer für Flüge ab dem 1. Januar 2011 mit Mehrkosten belastet.

Sie soll auch für alle noch 2010 gebuchten Flüge gelten, die ab dem 1. Januar 2011 von deutschen Flughäfen abgehen.

Die Mehrkosten pro Person und Flug:

Inlandsflüge: 8€
Wer einen Hin- und Rückflug innerhalb des Landes bucht, wird doppelt belastet.

Kurzstrecke: 8€
Ebenfalls 8€ werden für Flüge innerhalb von Europa und nach Nordafrika (außer Ägypten) fällig. Die Grenze liegt bei 2.500 Kilometern. Die Kanaren (Spanien), Madeira (Portugal) und alle Ziele in Russland kosten, obwohl weiter entfernt, ebenfalls nur 8€.

Mittelstrecke: 25€
Bei einer Entfernung zwischen 2.500 und 6.000 Kilometern werden 25€ fällig. In diese Kategorie fallen alle afrikanischen Länder bis knapp nördlich des Äquators. Nach Osten umfasst die Kategorie die Golfstaaten und den Nahen Osten.

Langstrecke: 45€
Ab 6.000 Kilometern Entfernung sind 45€ zu zahlen. In diese Kategorie fallen die USA sowie alle anderen Länder in Amerika. Daneben gehören der Ferne Osten, also etwa China und Japan, sowie Australien und Neuseeland in diese Kategorie.

Kinder
Auch auf die Tickets von Kindern wird die Steuer fällig.

Umsteigen
Wer in Deutschland umsteigt, muss in der Regel nicht doppelt zahlen. Der Aufenthalt darf allerdings nicht länger als 12 Stunden betragen.

Die Steuer soll jährlich eine Milliarde Euro einspielen, die zur Sanierung des Bundeshaushalts verwendet werden soll. „Das wird die Luftverkehrsgesellschaften nicht in einer nicht zumutbaren Weise belasten“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Die Lufthansa lehnt die Steuer strikt ab und befürchtet, dass Flugpassagiere künftig um deutsche Airports ein Bogen machen und ihre Reise lieber von grenznahen Flughäfen im benachbarten Ausland antreten werden.

Ryanair hat bereits angekündigt, 30% der Strecken von Hahn, dem größten Standort der Billigairline in Deutschland, zu streichen, und drei der elf dort stationierten Flugzeuge ins Ausland zu verlegen. „Bei einem Durchschnittsticketpreis von 35€ entspricht die Luftverkehrsteuer von 8€ einer Preiserhöhung von mehr als 20%“, erläuterte Ryanair-Manager Michael Cawley. Betroffen vom Rückzug aus dem Hunsrück sind laut Ryanair eine Million Passagiere und 1.000 Jobs. Rheinland-Pfalz will gegen Flugverkehrssteuer klagen.

Foto: CC 2.5 Raboe001

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Ein Kommentar zu Infos zur neuen Flugverkehrssteuer

  1. Mirko 2. November 2010 um 01:28 #

    Und was kommt als nächstes? Eine Straßenbahn-Steuer? Wenn man weiß weshalb diese Mehreinnahmen „nötig“ sind, wird einem wirklich schlecht.

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