Städtereise: Krakau

Krakau (polnisch Krakow) ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft (Provinz) Kleinpolen. Mit ihren 750.000 Einwohnern streitet sich die Kunststadt im Süden Polens stetig mit dem ehemals bevölkerungsreicheren Lodz um den zweiten Platz auf der Rangliste der größten polnischen Städte.

Das historische Krakau gehört seit dem Fall des Eisernen Vorhangs zu einem der meistbesuchten Reisezielen im östlichen Mitteleuropa. Über mehrere Jahrhunderte hinweg war die Stadt am Oberlauf der Weichsel Sitz der polnischen Könige. Künstler, Gelehrte und Kaufleute aus ganz Europa hinterließen in Krakau Spuren ihres Schaffens. Zeuge dessen sind neben großartigen Sakral- und Profanbauten Häuser von Kaufleuten aus Flandern, Italien, Frankreich und Persien. Gotische Fenster und Portale sind hier ebenso zu finden wie romanische Gewölbe!

Wie zu besten Zeiten der polnischen Monarchie wacht der Burgberg Wawel über der Stadt. Auf ihm befindet sich neben dem Königsschloss auch die Wawelkathedrale. Dieses Gotteshaus wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Der so entstandene Mix aus Romanik, Gotik, Renaissance und Barock ist ein wahres Paradies für Baustilkundler. Die Kathedrale ist außerdem die Grabkirche von nicht weniger als 30 gekrönten Häuptern.

Alle 100 Kirchen und Klöster Krakaus zu erwähnen, wäre wohl nicht angebracht, aber die doppeltürmige Marienkirche sollte schon erwähnt sein. Der schmucke Backsteinbau entstand vom 13. bis zum 15. Jahrhundert und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Sie beherbergt den größten Altar Europas, der Ende des 15. Jahrhunderts vom deutschen Künstler Veit Stoß geschaffen wurde. Die kleinere Barbarakirche ist eine weitere Sehenswürdigkeit in der Krakauer Altstadt.

Ähnlich wie in flämischen Städten wird der Krakauer Hauptmarkt vom mächtigen Stadtturm überragt. Kurios ist, dass dieser 70 Meter hohe Backsteinriese seit dem 19. Jahrhundert allein am Rande des Platzes stehen muss, da ihm das baufällig gewordene Rathaus im 19. Jahrhundert quasi unter den Füßen weggerissen wurde. Im Gegensatz zum Rathaus sind die mittelalterlichen Tuchhallen erhalten geblieben.

Weitere Sehenswürdigkeiten kann man entlang eines touristischen Wanderwegs, dem Königsweg, kennenlernen. Er führt an der Barockkirche Peter und Paul vorbei und im weiteren Verlauf entlang der Stadtbefestigungsanlagen.

Im Südosten der Krakauer Altstadt befindet sich die ehemals selbstständige Stadt Kazimierz. Sie wurde 1335 von König Kasimir dem Großen gegründet und nach ihm benannt. Vor der nationalsozialistischen Besatzung der Stadt war dieses Viertel in erster Linie für die vielen Einwohner jüdischen Glaubens bekannt, die hier lebten. Hier befinden sich neben dem jüdischen Friedhof vier Synagogen. Bekanntheit erlangte Kazimierz durch die Dreharbeiten des Films „Schindlers Liste“.

Foto: Rj1979

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