Städtereise: Sevilla

Die südspanische Stadt Sevilla ist nicht nur die Hauptstadt der gleichnamigen autonomen Region Andalusien, sondern auch der Hauptort der Provinz Sevilla. Mit 700.000 Einwohnern ist Sevilla nach Madrid und Barcelona die drittgrößte Stadt Spaniens. Zusammen mit Athen ist Sevilla die heißeste Stadt Europas. 40 Grad im Sommer sind keine Seltenheit. Sevilla liegt am Fluss Guadalquivir, der einer der wenigen schiffbaren Wasserstraßen im Königreich ist.

Im frühen Mittelalter erlebte Sevilla seine erste Blütezeit. Im 8. Jahrhundert wurde die Stadt von den Mauren erobert. Ihre Stilelemente bestimmen noch heute den Gesamteindruck der Altstadt. Vieles versprüht einen Hauch von Orient. Dass Sevilla seit Beginn der spanischen Herrschaft christianisiert wurde, ist unter anderem an der Kathedrale Maria de la Sede ablesbar. Dieser gotische Sakralbau wurde von 1401 an auf den Überresten eines maurischen Gotteshauses errichtet. Als hätte man den Sieg des Christentums über den Islam in Stein meißeln wollen, ragt der reich verzierte Glockenturm in den Himmel.

Im Schatten dieser größten gotischen Kirche der Welt befindet sich ein weniger friedlicher Ort, der viele Touristen anzieht: die Maestranza genannte Stierkampfarena. Dieser Austragungsort blutiger Stierkämpfe ist mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Zuschauern nach der Arena von Madrid die zweitgrößte Arena des Landes.

Ebenfalls am östlichen Ufer des Guadalquivir erhebt sich der Torre del Oro als Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Mehr orientalische Architektur ist an der Plaza de España anzutreffen. Hier schlägt das Herz der Stadt. Die Bewohner Sevillas leben einem Klischee zufolge auf der Straße. Da die Temperaturen es meist zulassen, geben sie sich bis tief in die Nacht auf den Terrassen unzähliger Bars und Kneipen dem Genuss von Tapas, Wein und Cerveza hin. Vor allem im Parque de Maria Luisa und um die Kirche del Salvador sitzt man gerne draußen. Kneipen, in denen es spät werden kann, finden sich im Stadtteil Barrio de Santa Cruz.

Die Weltausstellung 1992 war offenbar nicht die einzige Fehlkalkulation, die ein Loch in Sevillas Stadtsäckel gerissen hat. Ein anderes Beispiel ist das 1997 für 120 Millionen Euro errichtet Olympiastadion. Mit dieser Arena wollte Sevilla das IOC für die Sommerspiele 2004 gewinnen. Leider gingen diese an Athen. Was man nun in diesem Stadion veranstalten soll, ist eine gute Frage, denn sowohl der FC Sevilla, als auch Real Betis verfügen über eigene Stadien.

Foto: Seville Tourism Bureau

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