Städtereise: Porto

Mit rund 330.000 Einwohnern ist Porto die zweitgrößte portugiesische Stadt. Neben der Hauptstadt Lissabon ist Porto die einzige Stadt des Landes, die die Funktion eines vollwertigen Oberzentrums wahrnimmt. Im Ballungsraum von Porto leben über eine Million Menschen. Die Lage Portos an der Mündung des Flusses Douro in den Atlantik erinnert ein bisschen an die von Lissabon. Auch die Bebauung der Hänge ähnelt der Stadtanlage der Hauptstadt.

Porto ist nicht nur der Name der Stadt, sondern auch der Name einer großen Weinart. Die für die Produktion dieser herkunftsgeschützten Spezialität benötigten Trauben gedeihen unweit von Porto in den Hanglagen des Dourotals. An der Uferpromenade, der Cais de Ribeira, zeugen zahlreiche Portweinschiffe davon, dass Portwein und Porto einfach zusammengehören. Ob die Bischöfe von Porto in der romanischen Kathedrale auf dem über der Altstadt liegenden Hügel Terreira da Sé sonntags anstelle von Messwein Portwein in ihre Kelche füllen, ist nicht bestätigt.

Sehr wohl bestätigt ist, dass in Porto der mit 76 Metern höchste Kirchturm des Landes erklommen werden kann, und zwar der im Barockstil erbaute Torre dos Clérigos. Von ihm aus fällt der Blick sofort auf den Douro und auf die ihn überspannenden Brücken.

Sowohl die Brücke Luiz I als auch die 1877 fertig gestellte Maria-Pia-Brücke sind Stahlfachwerkkonstruktionen, die den Douro mit einem kühnen Bogen überspannen. Am Bau beider Brücken war neben dem Architekten des Pariser Eiffelturms, Gustave Eiffel, auch der belgischstämmige Berliner Théophile Seyrig federführend beteiligt. Über die Brücke Luiz I kann man unten den Douro zu Fuß oder mit dem Auto und oben mit der Straßenbahn von Ufer zu Ufer gelangen. Aus dem Fenster der Straßenbahn hat man für einen kurzen Moment eine spektakuläre Aussicht auf den Fluss und auf die 500 Meter flussaufwärts gelegene Maria-Pia-Eisenbahnbrücke.

Auch in Porto spielt König Fußball eine übergeordnete Rolle. Die Duelle der ewigen Rivalen, dem FC Porto und Rekordmeister Benfica aus Lissabon, erhitzen hier die Gemüter. Aber auch beim Derby zwischen FC und Boavista Porto wird frenetisch mitgefiebert. Mit 23 Meistertiteln ist der FC Porto allerdings erfolgreicher. Da kann man es sich eben auch mal leisten, im Chez Lapin einen Champagner auf die Meisterschaft zu trinken. Dieses Restaurant an der Uferpromenade ist das teuerste Restaurant der Stadt und gilt als eines der besten Portugals. Die zahlreichen Fotos lassen es erahnen: Boavista- oder Benficafans sind hier seltener anzutreffen, denn dieses Restaurant ist das Stammlokal der FC-Porto-Anhänger.

Foto: CC 2.0 slideshow bob

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