Städtereise: Antwerpen

Antwerpen, im äußersten Norden von Flandern, unweit der niederländischen Grenze gelegen, ist die flächenmäßig drittgrößte Gemeinde Belgiens und mit 472.000 Einwohnern nach der Hauptstadt Brüssel die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Hafenstadt liegt an der breiten Unterschelde, die Lebensader und Quelle vieler Legenden ist. Geprägt wird Antwerpen vom zweitgrößten Hafen Europas. Die Hafenanlagen erstrecken sich links- und rechtsseits des Scheldeufers.

In der Innenstadt öffnet sich von der breiten Scheldeuferpromenade der Blick auf die Hafenanlagen, ohne dass dies den überwältigenden historischen Gesamteindruck der Innenstadt mit seiner großartigen gotischen Kathedrale, den zahlreichen Prunkgebäuden sowie den prachtvollen Geschäfts- und Bürgerhäusern in irgendeiner Weise stört.

Antwerpen ist seit jeher eine Stadt der Künstler und der Kaufleute gewesen. Ihr berühmtester Sohn ist der in Siegen geborene Maler Peter-Paul Rubens. Seine Werke sind im Rubenshaus und in der Kathedrale zu bewundern. Auch die Fassade des monumentalen Rathauses und die Westfassade der Karl-Borromäuskirche sind Entwürfe des Meisters.

Antwerpen ist die flämische Metropole schlechthin. Banken, Niederlassungen vieler internationaler Großkonzerne und die Universität Antwerpen sorgen für eine hohe Wirtschaftsleistung und für multikulturelles Leben in der Stadt. Als Weltzentrum des Diamantenhandels nimmt Antwerpen in dieser Branche unangefochten den weltweit ersten Rang ein. Die meisten der Diamantenhändler sind orthodoxe Juden, die mit ihrer traditionellen Kleidung das Straßenbild prägen. Passend zu den Diamanten findet man links und rechts der Einkaufsstraße Meir auch passende Kleidungsstücke dazu. Was die Antwerp Six, ein Sextett von Top-Designern aus Antwerpen, geschneidert haben, sieht man am besten in den Schaufenstern im Schatten der Grabeskriche Rubens‘.

In Antwerpen gibt es keine Brücken über die Schelde – aufrund der zu großen Schiffe baute man Tunnel. Besonders erwähnenswert ist der Sint-Annatunnel: dieser Fußgänger- und Radfahrertunnel wurde im Jahr 1933 eröffnet. Er liegt über dreißig Meter unter der Erde – nach unten gelangt man entweder in 80 Personen fassenden Aufzügen oder über hölzerne Rolltreppen aus den 1930er Jahren.

Foto: CC 3.0 Fuss

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