Städtereise: Straßburg

Straßburg (französisch Strasbourg) ist die Hauptstadt der ostfranzösischen Region Elsass und Hauptort des Departements Bas-Rhin. Die Einwohnerzahl der Stadt liegt bei rund 275.000. Im Großraum leben ungefähr 750.000 Menschen. Die östlichen Stadtteile mit ihren Häfen liegen gegenüber der deutschen Grenzstadt Kehl am Westufer des Rheins. Das historische Zentrum wird von der Ill, einem der westlichen Nebenflüsse des Rheins durchflossen.

Fachwerkhäuser, Münster und Europa-Parlament – das sind wahrscheinlich die Schlagworte, die einem sofort einfallen, wenn der Name der elsässischen Stadt Straßburg fällt.

Das Straßburger Münster mit seinem 142 Meter hohen Nordturm war bis zur Fertigstellung der Domtürme von Köln das höchste Kirchengebäude der Welt. Trotz seines unvollendeten Südturmes ist das vom 12. bis zum 15. Jahrhundert errichtete Münster ein beeindruckender Bau, der Stilmerkmale der Romanik und der französischen Kathedralgotik trägt. Allein schon die Verwendung von rötlich-braunem Vogesensandstein macht diese Kirche so unverwechselbar. Das Münster ist der Mittelpunkt der Altstadt. Ihm zu Füßen liegt der Münsterplatz, der mit seinen Fachwerkhäusern zu einem der schönsten Stadtplätze Europas gezählt werden darf. Besondere Aufmerksamkeit verdient das im 15. Jahrhundert errichtete Kammerzellhaus mit seiner geschnitzten Holzfassade.

Im Petit France genannten Gerberviertel stehen weitere – für Straßburg so typische – Fachwerkhäuser. Wegen des hohen Wasserbedarfs der Gerber und aus hygienischen Gründen (die Gerber arbeiteten mit Urin) wurde dieses Viertel am Ufer der Ill errichtet.

Das moderne Straßburg ist vor allem als Sitz europäischer Institutionen bekannt, allen voran der Sitz des Europäischen Parlamentes, welches hier wie in Brüssel über einen Plenarsaal verfügt.

Neben mittelalterlicher und moderner Architektur finden sich in Straßburg auch viele Beispiele für die deutsche Gründerzeitarchitektur und den Neoklassizismus. Während der Zugehörigkeit zum Deutschen Kaiserreich wurde unter anderem der 1883 eingeweihte Straßburger Bahnhof errichtet. Auch die Universität und der ehemalige Kaiserpalast sind Baudenkmäler, die in der Zeit zwischen 1871 und dem Ersten Weltkrieg entstanden.

Eine lebendige – vor allem studentisch und touristisch geprägte – Kneipenlandschaft sowie zahlreiche hervorragende Restaurants prägen das gastronomische Straßburg. Straßburg ist nicht nur eine Stadt, in der gerne Wein getrunken wird. Die vermutlich bekannteste französische Biermarke kommt ebenfalls hierher.

Den Bahnhof von Straßburg hat nicht etwa der Verpackungskünstler Christo unter einer Glashaube verschwinden lassen, sondern der französische Architekt Jean-Marie Duthilleul. Im Zuge des Umbaus für den Hochgeschwindigkeitsverkehr entwarf er eine gläserne Kuppel, unter der das historische Empfangsgebäude gewissermaßen seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2007 konserviert wird. Der Glasvorbau misst 120 Meter in der Länge und 25 Meter in der Breite.

Foto: CC 3.0 Jonathan Martz

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