Städtereise: Venedig

Venedig ist die Hauptstadt der nordost-italienischen Region Venetien und zählt circa 270.000 Einwohner. Die Stadt ist aufgrund ihrer Lage in einer Lagune der nordwestlichen Adria auf den ersten Blick ziemlich unübersichtlich, da sie sich wie ein Puzzlespiel aus verschiedenen Inseln zusammensetzt. Die eigentliche Innenstadt, in der sich Einkaufszentren, Banken und Geschäfte des täglichen Bedarfs befinden, liegt auf dem Festland. Dieser Stadtteil, in dem auch der Eisenbahnknoten der Stadt liegt, heißt Mestre.

Eine Stadt, die jährlich von 14 Millionen Touristen besucht wird, muss wohl sehenswert sein. Und wie so oft sind die Sehenswürdigkeiten meist Hinterlassenschaften einer Blütezeit, im Falle von Venedig die der Venezianischen Republik. Macht und Reichtum ziehen nun einmal Künstler an, und in Venedig waren es besonderes viele.

Mit dem Zug oder dem Auto ist die Altstadtinsel von Venedig nur über die 3,6 Kilometer lange „Ponte della libertà“, die Brücke der Freiheit, erreichbar. Sie verbindet Mestre mit dem Westen der Altstadt, in der sich Paläste und Kirchen sowie Häuser von Adligen und reichen Bürgern aneinander reihen. Die erstreckt sich über nur sieben Quadratkilometer.

Venedig wird von 175 Kanälen durchzogen, wobei diejenigen nicht mitgezählt sind, die im Laufe der Jahre zugeschüttet wurden. Die Gesamtlänge des Wasserstraßennetzes, dessen Hauptschlagader der Canal Grande mit der berühmten Rialto-Brücke ist, beträgt 38 Kilometer. Ob die Venezianer bei über 400 Brücken selber noch den Überblick haben, sei dahingestellt. Die Seufzerbrücke, die über den Rio di Palazzo den Dogenpalast mit dem neuen Gefängnis verbindet, dürfte jeder kennen. Die Dogen waren die Herrscher der Venezianischen Republik. Das Wort leitet sich übrigens vom lateinischen Dux und vom italienischen Duce ab, was Führer bedeutet.

Zentraler Treffpunkt und Touristenmagnet schlechthin ist der Markusplatz vor dem gleichnamigen Dom. Er wird vom Campanile überragt, dessen luftiges Obergeschoss über einen Aufzug erreichbar ist.

Im Jahr 1999 drohte Venedig im Touristenstrom zu ersticken, da die Stadt aus allen Nähten zu platzen drohte. Venedig hatte mit seiner weltweiten Popularität als Touristenattraktion zu kämpfen und sah sich gezwungen, Antiwerbung zu betreiben, um einen Kollaps zu verhindern. Die Stadtverwaltung engagierte für diesen Zweck den umstrittenen Fotokünstler Oliviero Toscani, der schon in den 1990er Jahren mit einer Plakataktion für ein italienisches Modelabel die Weltöffentlichkeit zu schocken wusste. Aber selbst seine Plakate und Postkarten, die heruntergekommene Paläste und trübe Kanäle zeigten, konnten die magische Anziehungskraft von Venedig nur wenig entzaubern.

Foto: CC 3.0 Honza Beran

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Ein Kommentar zu Städtereise: Venedig

  1. Name 27. März 2012 um 10:13 #

    Jeder Mensch sollte das schöne Venedig mindestens einmal im Leben zu sehen.

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