Städtereise: Nürnberg

Nürnberg ist die zweitgrößte Stadt Bayerns und zählt gut eine halbe Million Einwohner. Doch Vorsicht: Nürnberg liegt zwar im Freistaat Bayern, aber wahrscheinlich nur widerwillig, denn die Einheimischen sehen sich erst als Nürnberger, dann als Franken, dann als Deutsche und dann vielleicht als Europäer. Die Frankenmetropole liegt an beiden Ufern des Pegnitz-Flusses und am Fuße der Fränkischen Schweiz, einem bis zu 600 Meter hohen Mittelgebirge.

Von einem Besuch Nürnbergs ist dringend abzuraten, wenn man ehrgeizige Diätpläne schmiedet, denn Nürnberger Rostbratwürste, Elisenlebkuchen, Stadtwurst oder der Schäufele genannte Krustenbraten sind keine guten Begleiter für die Fastenzeit. Auch ein Besuch des berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt, dessen Buden alljährlich zwei Millionen Besucher auf den Hauptmarkt locken, kann ziemlich kalorienreich enden.

Der Hauptmarkt, auf dem sich auch der Schöne Brunnen befindet, wird von einer weiteren Attraktion flankiert: der Frauenkirche. Dieses gotische Bauwerk ist vor allen Dingen wegen seiner Spieluhr und dem allmittäglich um 12 Uhr stattfindenden „Männleinlaufen“ bekannt. Bedeutendster Sakralbau der Stadt ist die doppeltürmige Lorenzkirche – eines der größten protestantischen Gotteshäuser in Bayern. Unweit von ihr erheben sich am nördlichen Ufer der Pegnitz die zwei Türme der im Zweiten Weltkrieg ebenfalls stark zerstörten Kirche Sankt Sebaldus. Zusammen mit Egidienkirche, Rathaus und Burg bilden die Kirchtürme der Stadt ein einzigartiges Ensemble.

Die Nürnberger Burg, die auch die Deckel der bekannten Lebkuchendosen ziert, ist das Wahrzeichen der Stadt. Von der mittelalterlichen Anlage auf dem Burgberg aus kann man die ganze Altstadt mit ihrem Gewirr an kleinen Gassen und Plätzen überblicken. Unterhalb des Burgbergs, am historischen Tiergärtnertor, befindet sich das Wohnhaus Albrecht Dürers – einem der bedeutendsten deutschen Maler des Mittelalters. Hier lebte der Künstler und Mathematiker bis zu seinem Tod im Jahre 1528. In der Nähe des Spielzeugmuseums lebt sich Nürnberg am liebsten an den Wochenenden und am Abend aus, und zwar in der Weißgerbergasse. In den dortigen Fachwerkhäusern sind viele Kneipen und Gaststätten zu finden.

Schattenseite der Nürnberger Geschichte waren die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse, bei denen sich ranghohe Nationalsozialisten verantworten mussten. In der Nähe des zur WM 2006 in Deutschland modernisierten Frankenstadions befindet sich ein weiteres Symbol für die Schattenseiten der deutschen Geschichte: die Kongresshalle auf dem nie fertig gestellten Reichsparteitagsgelände der NSDAP im Volkspark Dutzendteich, in dem auch das Deutsche Stadion entstehen sollte, das 150.000 Zuschauern Platz geboten hätte.

Foto: Topfklao

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