Alternative zum Zug: Liberalisierung des Fernbuslinienverkehrs

Fernbuslinien könnten eine günstige Alternative zum Zug werden: Die Bundesregierung hat angekündigt, die strengen Auflagen für den Einsatz von Fernbussen im innerdeutschen Linienverkehr zu lockern. „Eine weitgehende Liberalisierung des Fernbuslinienverkehrs“ ist vorgesehen.

Die Pläne sehen unter anderem vor, dass Fernverbindungen von mehreren Busunternehmen gefahren werden können. Der Wettbewerb zwischen der Bahn und verschiedenen Busunternehmen soll für günstigere Tickets sorgen.

Ein Gesetz zum Schutz der Eisenbahn aus den 1930er Jahren verhinderte Fernbuslinien in Deutschland bislang weitgehend. Bis zuletzt hatte die Deutsche Bahn versucht, eine Komplett-Freigabe des Fernbusgeschäfts zu verhindern. Einziger nennenswerter Betreiber von Fernbussen ist bislang die DB. Da Konkurrenz nun nicht mehr zu verhindern ist, geht der Konzern in die Offensive: Anträge für neue Linien „in zweistelliger Zahl“ seien bei den Genehmigungsbehörden gestellt.

Auch andere Anbieter bringen sich in Stellung, bundesweit liegen Anträge für neue Verbindungen vor. Die Deutsche Touring, bis 2005 eine DB-Tochter, hat angekündigt, Taktverkehr von Ost nach West und von Nord nach Süd zu fahren und die Metropolen Deutschlands regelmäßig zu bedienen, auch mit Zwischenstopps in mittelgroßen Städten.

Bis 2005 besaß die Deutsche Bahn die Mehrheit an der Deutschen Touring, verkaufte ihre Anteile jedoch, da die Bahn die Aktivitäten der DTG nicht mehr zu ihrem Kerngeschäft zählte. Dieser Verkauf war auch von Kritik begleitet, da vermutet wurde, die DTG könnte nun vermehrt in Konkurrenz zur Bahn treten. Tatsächlich befindet sich die DTG bereits seit 2005 in einem Rechtsstreit mit der DB über die Einführung einer Fernbuslinie von Frankfurt nach Köln und Dortmund, der im Juni 2010 prinzipiell zu Gunsten der Deutschen Touring entschieden wurde.

„Wir wollen, dass es eine günstige und umweltfreundliche Alternative zu den Fernzügen gibt. Ziel ist es vor allem, Autofahrer zum Umsteigen in die umweltfreundlicheren Busse zu bewegen“, heißt es im Bundesverkehrsministerium. Lediglich der Nah- und Regionalverkehr ist von der Lockerung ausgenommen.

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