Die 5 beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet kann, mit einigen Ausnahmen, nicht unbedingt schön genannt werden – aber es gibt zahlreiche interessante und außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten, die man woanders nicht findet.

Wir stellen Ihnen die 5 beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet vor.

Landschaftspark Duisburg-Nord, Duisburg

Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein ca. 200 Hektar großer Park rund um ein stillgelegtes Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich, welcher im Rahmen der IBA entstand. Der Landschaftspark ist einer der Ankerpunkte der Europäischen Route der Industriekultur sowie der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet. Nachts sind die Industrieanlagen durch eine farbige Beleuchtung von Jonathan Park in Szene gesetzt.

Das Highlight des Parks ist sicherlich der ehemalige Hochofen 5, der bis zur Spitze öffentlich begehbar gemacht wurde. Der Aufstieg über Treppen und Stege ist sehr abwechslungsreich und windet sich auch durch das Innere des Bauwerks. In einer Höhe von knapp 50 Metern hat man eine gute Aussicht über die angrenzenden Industriebauwerke, den Park und die Stadt Duisburg bis in die benachbarten Städte hinein.

Die ehemalige Kraftzentrale, die Gießhalle und der Gebläsehallenkomplex wurden saniert und zu multifunktionalen Veranstaltungsorten umgebaut. Das Dampfgebläsehaus wurde zu einem Schauspielhaus mit 500 Plätzen umgebaut. Taucher entwickelten in dem mit 20.000 Kubikmeter Wasser gefüllten Gasometer ein Trainingszentrum, welches aufgrund seiner vielseitigen Unterwasserlandschaft von Hobbytauchern sowie Polizei und Feuerwehr genutzt wird. Der Deutsche Alpenverein errichtete in einem Teil der Erzbunkeranlage einen alpinen Klettergarten mit rund 400 Routen vom Schwierigkeitsgrad 2 bis 9. In der Gießhalle von Hochofen 2 gibt es einen Höhenkletterparcours.

Zeche Zollverein, Essen

Die Zeche Zollverein war ein von 1847 bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk in Essen. Sie ist heute ein Industriedenkmal. Gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Kokerei Zollverein gehören die Standorte XII und 1/2/8 der Zeche seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zollverein ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.

Nach der Stilllegung 1986 kaufte das Land Nordrhein-Westfalen der RAG, damals Ruhrkohle AG, das Gelände ab, und stellte das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz. Zeche Zollverein ist heute ein Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft mit Schwerpunkt auf Design und Architektur.

Hier befindet sich der Museumspfad Weg der Kohle, das Besucherzentrum der Route der Industriekultur, im ehemaligen, von Norman Foster umgebauten Kesselhaus das Design Zentrum Nordrhein Westfalen, auf dem angrenzenden Gelände von Schacht 1/2/8 das PACT Zollverein sowie der Kunstschacht Zollverein. Auch die Keramische Werkstatt Margaretenhöhe ist hier beheimatet. Auf Schacht 3/7/10 befindet sich das Erfahrungsfeld der Sinne. In der ehemaligen Kokerei befinden sich Ausstellungsräume für Gegenwartskunst, als Dauerausstellung die begehbare Rauminstallation Palast der Projekte von Ilya & Emilia Kabakov und, seit 2006, das Erwin L. Hahn Institute for Magnetic Resonance Imaging. Im Casino Zollverein auf Schacht XII befindet sich ein Restaurant, auf dem Gelände der Kokerei befindet sich das Café & Restaurant “die kokerei”.

Im Sommer 2006 wurde der aufwändige Umbau der Kohlenwäsche nach mehreren Jahren abgeschlossen. Eine neue, gestalterisch an die bestehenden Bandbrücken angelehnte, 55 Meter lange Gangway führt die Besucher auf 24 Metern Höhe ins neue Besucherzentrum. Im Juni 2006 wurde der Bau des Zollverein-Kubus nach Entwürfen des japanischen Architektenbüros SANAA, Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, abgeschlossen. Auf dem Dach der Kohlenwäsche wurde im Zuge des Umbaus der Erich Brost-Pavillon errichtet. Hier finden Veranstaltungen jeder Art statt.

Centro, Oberhausen

Das Centro ist mit 70.000 m² Verkaufsfläche eines der zwölf größten Einkaufs- und Freizeitzentren in Deutschland. Über 200 Einzelhandelsgeschäfte verteilen sich auf zwei Ebenen des Einkaufszentrums.

Im näheren Umfeld des Centro befinden sich eine Reihe touristischer Attraktionen, zum Beispiel als Multifunktionshalle für Großveranstaltungen die König-Pilsener-Arena, als Freizeitpark für Familien der Centro-Park, ein Multiplex-Kino, die Heinz-Schleußer-Marina mit dem Sea-Life-Aquarium, der Modellbahnwelt Oberhausen und dem Freizeithafen, als Ausstellungshalle und Aussichtspunkt der Gasometer Oberhausen, als Museum, Galerie und Veranstaltungszentrum das Schloss Oberhausen, als Musical-Theater das Metronom Theater sowie das 2009 eröffnete Erlebnisbad AQUApark. Weitere Attraktionen sind vorhanden und geplant.

Gasometer, Oberhausen

Der Gasometer Oberhausen ist ein Industriedenkmal in der “Neuen Mitte” Oberhausen (CentrO). Er wurde zwischen 1927 und 1929 als Scheibengasbehälter errichtet. Er speicherte zunächst das Gichtgas, ein Abfallprodukt der umliegenden Hochöfen der Gutehoffnungshütte, das anschließend in den Walzwerken wieder verfeuert wurde. Später wurde das energetisch höherwertige Kokereigas der Kokerei Osterfeld zwischengespeichert. Mit einem Speichervolumen von 347.000 m³, 117 Metern Höhe und knapp 68 Metern Durchmesser war er der größte Gasbehälter Europas.

1993/94 wurde der Gasometer Oberhausen im Rahmen der IBA Emscher Park für 16 Millionen D-Mark zu Europas höchster Ausstellungshalle umgebaut. Dabei wurde die ehemalige Gasdruckscheibe, die während des Betriebs das gespeicherte Gas abdeckelte, auf einer Höhe von 4,20 Metern am Zylindermantel sowie durch Zwischenstützen fixiert und dient als Ausstellungsfläche. Außerdem wurden vier Außentreppen errichtet, drei bis zur oberen Ausstellungsebene auf 12 Metern Höhe sowie eine vierte mit 38 Läufen bis zum Dach des Gasometers. In den Treppenturm ist ein Sicherheitsaufzug integriert. Mit einer Höhe von 115 Metern und Grundrissabmessungen von 6 Meter mal 8,5 Meter ist es weltweit eine der größten Industrietreppen. Das Gasometerdach ist Besichtigungsplattform und ist zu Fuß oder per Panoramaaufzug mit verglaster Kabine innerhalb des Gasbehälters zu erreichen; es bietet einen Rundblick über die Stadt Oberhausen und das westliche Ruhrgebiet.

Seit seinem Umbau dient der Gasometer Oberhausen als außergewöhnlicher Raum für Kulturveranstaltungen – Ausstellungen, Konzerte, Theatervorstellungen, Kunstprojekte – und gilt heute als eines der bedeutendsten Wahrzeichen des Ruhrgebiets.

Tetraeder, Bottrop

Das Haldenereignis Emscherblick, kurz Tetraeder, ist ein in Form einer dreiseitigen Pyramide erbauter und frei begehbarer Aussichtsturm auf der Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock. Die Stahlkonstruktion mit einer Seitenlänge von 60 Metern ruht auf vier 9 Meter hohen Betonpfeilern und befindet sich auf der Kuppe der ca. 120 Meter über NN. hohen Halde an der Beckstraße.

Der Aussichtsturm wurde als Landmarke der IBA Emscher Park vom Architekten Wolfgang Christ aus Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner Klaus Bollinger entworfen und von der Rüter GmbH, Dortmund errichtet. Das Tetraeder wurde am Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober 1994, eröffnet.

In die Hauptkonstruktion sind Treppen und in verschiedenen Höhen Aussichtsplattformen eingehängt: Die erste Plattform in 18 Metern Höhe erreicht man über eine als Hängebrücke gebaute Treppe; steil hinauf geht es zur zweiten Plattform in 32 Metern Höhe. Die dritte Plattform in 38 Metern Höhe besteht aus einem Ring mit 8 Metern Durchmesser, welcher eine Neigung von 8° aufweist; sie ist über eine Wendeltreppe zu erreichen. Die Treppen und Podeste sind an Stahlseilen beweglich in der Konstruktion aufgehängt, wodurch es bei stärkerem Wind zu Schwankungen kommen kann. Die Plattformen und Treppen bestehen aus Lichtgittern und Lochplatten mit freiem Blick nach unten.

Fotos: © David Damjanovic, © David Damjanovic, CC 3.0 Thomas Robbin, CC 3.0 Daniel Ullrich, CC 3.0 Raimond Spekking, CC 3.0 Marc Schuelper

Über David Damjanović

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