Australiens Wahrzeichen: Mythos Uluṟu

Der Uluṟu, auch Ayers Rock genannt, ist ein an der Oberfläche befindlicher Teil einer großen unterirdischen Gesteinsschicht in der zentralaustralischen Wüste im Northern Territory. Er befindet sich in einem 170.000 km² großen Sedimentbecken, dem Amadeus-Becken. Der Uluṟu wird von zahlreichen Touristen aufgesucht; um ihn ranken mythische Legenden der Aborigines.

Der Uluṟu ist etwa drei Kilometer lang, bis zu zwei Kilometer breit und hat einen Umfang von rund neun Kilometern. Der Gipfel befindet sich auf einer absoluten Höhe von 863 Metern und hebt sich damit 348 Meter von der Dünenlandschaft Zentralaustraliens ab.

Der Uluṟu liegt im Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark nahe dem Ort Yulara, etwa 340 Kilometer südwestlich von Alice Springs im Northern Territory von Australien. Der 1.325 km² große Nationalpark, in dem neben dem Uluṟu auch die benachbarten Kata Tjuṯa (die Olgas) liegen, gehört zum UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbe.

Uluṟu und Kata Tjuta liegen am südlichen Rand eines Sedimentbeckens, des Amadeus-Beckens. Diese Mulde entstand vor etwa 900 Millionen Jahren. Über hunderte von Millionen Jahren hinweg lagerten sich darin Gesteinsschichten ab. Nach etwa 300 Millionen Jahren endete dieser Prozess, und über den Ablagerungen entstand ein flacher See. Einige der Ablagerungen wurden auch von dem See transportiert, er trocknete aus und es bildeten sich Salzkrusten. Anschließend folgte eine kalte Periode. Die älteren Sedimente des Amadeus-Beckens wurden gefaltet und gebogen, Land wurde emporgedrückt und es bildeten sich Gebirge. Dieser Vorgang wurde von den Geologen Orogenese der „Petermann Ranges“ genannt.

Um den Uluṟu ranken sich Legenden der australischen Ureinwohner, die Begebenheiten der Traumzeit erzählen und dadurch Unregelmäßigkeiten im Aussehen der Felsen zu erklären versuchen, die sie für heilig halten. So beschreibt der Uluṟu-Mythos die Entstehungsgeschichte der Landschaft: Auf der Sonnenseite des Uluṟu wohnten die Mala, die Hasenkänguru-Menschen, und auf der Schattenseite die Kunia, die Teppichschlangen-Menschen, in Harmonie und Frieden. Die entfernten Windulka luden die Mala zu einer Initiation ein, doch die Mala sagten ab, da sie selbst Initiationen durchführen wollten. Die Kunia nahmen gerne an, verliebten sich auf ihre Anreise in die Sleepy-Lizard-Women (Lizard = blauzüngige Tannenzapfenechse) und reisten nicht weiter. Daraufhin wurden sie durch einen Kulpunya bestraft, ein Hund mit riesigen Zähnen und ohne Haare, der bösartiger als ein Krokodil war, aber auch die Kunia wurden durch die Liru, die Giftschlangen-Menschen und weitere Kämpfer, die am Kata Tjuṯa lebten, bestraft. In der fürchterlichen Schlacht mit Toten, Schwerverletzten und Feuer bebte die Erde, der Uluṟu hob sich aus der damals ebenen Erde hervor und damit wurde der Geist der Mala und Kunia zu Stein.

Es gibt Felszeichnungen in mehreren Höhlen am Uluṟu, die diese und andere Legenden erzählen. Sie wurden im Laufe der Jahrtausende viele Male immer wieder durch Übermalen erneuert.

Der Uluṟu kann auf einem gekennzeichneten Weg umwandert werden, dabei sind an bedeutenden Stellen Erklärungen zum Mythos des Berges auf Tafeln angebracht. Die Wanderung kann von zwei Parkplätzen aus begonnen werden, entweder am Mala- oder Kunija-Parkplatz oder vom Culture Centre auf dem Liru Walk (4 Kilometer) zu Fuß bis zum Mala Walk. Vom Mala-Parkplatz aus kann der Uluṟu – im Uhrzeigerrichtung – umrundet werden: Der Weg führt über den Mala Walk und Kantju Gorge (Länge: 2 Kilometer), Basis Walk (Länge: 10,5 Kilometer), Kunija Walk (4 Kilometer) und Lungkata Walk (4 Kilometer). Auf dem Wanderweg gibt es nur zwei Stellen, an denen Trinkwasser gefasst werden kann, am Mala-Parkplatz und am Kunjia Piti, wo der der Base Walk in den Kunjia Walk übergeht. Eigene Wasservorräte mitzunehmen, ist dringend zu empfehlen. Täglich finden zwei geführte Wanderungen auf dem Mala Walk (Oktober–April 8 Uhr, Mai–September 10 Uhr) durch einen Parkranger statt, die an dem Zeichen Mala Walk beginnen.

Foto: CC 3.0 Thomas Schoch

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Ein Kommentar zu Australiens Wahrzeichen: Mythos Uluṟu

  1. Australier 15. Juli 2011 um 16:51 #

    Wow, sehr schöner Bericht. Freu mich schon auf meinen urlaub.

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