Vatikanstadt: 25 erstaunliche Kuriositäten des kleinsten Staates der Welt

Der Staat Vatikanstadt ist der kleinste allgemein anerkannte Staat der Welt. Er ist eine Enklave innerhalb des Stadtgebiets von Rom, hat eine Fläche von 0,44 Quadratkilometern und ca. 1.000 Einwohner. Zum Territorium der Vatikanstadt gehören unter anderem der Petersdom, der Petersplatz, die Sixtinische Kapelle sowie die Paläste und Gärten innerhalb der Mauern.

Hier finden Sie 25 erstaunliche Kuriositäten des kleinsten Staates der Welt:

  • Die Stadtmauer um die Vatikanstadt deckt sich nicht hundertprozentig mit dem Staatsgebiet des Vatikanstaates. So gehört ein großer Teil der Päpstlichen Audienzhalle, der Palazzo del Sant’Uffizio (Sitz der Glaubenskongregation), der Campo Santo Teutonico (Deutscher Friedhof) und eine Kapelle zwar zur Vatikanstadt, sie liegen jedoch auf italienischem Staatsgebiet. Die Staatsgrenze verläuft mitten durch die Audienzhalle, wobei der Papstthron noch auf vatikanischem Staatsgebiet steht – die anwesenden Besucher der Audienz sehen jedoch aus dem Ausland zu.
  • Der Staat der Vatikanstadt nimmt keine diplomatischen Beziehungen zu anderen Staaten auf, sondern überlässt dies dem Heiligen Stuhl. Er ist somit kein Mitglied der Vereinten Nationen (während der Heilige Stuhl permanenten Beobachterstatus genießt).
  • Der Vatikan ist zwar Zentrum der katholischen Kirche, besitzt jedoch auf seinem Staatsgebiet keinen Bischofssitz. Die Peterskirche (Basilika St. Peter im Vatikan) war niemals bischöfliche Kathedrale, sondern Grabeskirche des Apostels Petrus. Die Kathedrale der Diözese Rom ist San Giovanni in Laterano (exterritoriales Gebiet). Selbst die Pfarrkirche der Pfarrei des Vatikanstaates ist nicht St. Peter, sondern Sant’Anna dei Palafrenieri.
  • Mit der Schweizergarde verfügt der Vatikan über die kleinste und älteste Armee der Welt.
  • Der Vatikan hat keine Luftwaffe – über die externe Verteidigung gibt es jedoch ein Abkommen mit Italien.
  • Der Vatikan hat eine eigene Polizei, den Corpo della Gendarmeria.
  • Der Vatikan besitzt Gold, welches er in New York lagert, gut 850 Immobilien im geschätzten Wert von 1,5 Milliarden Euro sowie zahlreiche Kunstschätze.
  • Zu den Haupteinnahmequellen des Vatikans gehören (abgesehen von Spenden und den Einnahmen aus Immobilien) die Geschäfte innerhalb des Vatikans. Die Umsätze des Supermarktes ebenso wie die Einnahmen der Vatikantankstelle, der Apotheke und des Bekleidungsgeschäftes fließen in die Staatskasse.
  • Im Vatikan gibt es keine Mehrwertsteuer.
  • Werbung ist verboten, außer an Fahrzeugen.
  • Als souveräner Staat besitzt der Vatikan eine eigene Postverwaltung „Poste Vaticane“, deren Briefmarken ausschließlich auf eigenem Territorium gültig sind.
  • Im Vatikan werden pro Einwohner und Jahr die meisten Poststücke versandt (7.200). Zum Vergleich: in Italien 109 pro Jahr.
  • Die Geldautomaten im Vatikan haben eine lateinische Anzeige.
  • Im Vatikan gibt es kein Krankenhaus.
  • Der Vatikan verfügt seit 1933 über einen eigenen Bahnhof und 200 Meter Schienenstränge. Der Bahnhof wird nur noch selten für den Personentransport genutzt, zuletzt 1979 (zum nächsten Bahnhof in Rom) und 2002 (nach Assisi) von Johannes Paul II. Die Zufahrt zur Vatikanstadt ist durch ein großes Tor von Rom getrennt.
  • Der Vatikan hat mit 100 Prozent den höchsten Katholikenanteil weltweit.
  • Der Vatikan hat mit 100 Prozent der Bevölkerung die höchste Alphabetisierungsrate weltweit.
  • Es gibt im Vatikan keinen privaten Grundbesitz, Wohnungen werden den Vatikanbürgern für die Dauer ihres Amtes zugeteilt.
  • Die Staatsbürger zahlen weder für elektrischen Strom noch für Telefon.
  • Die Mieten sind sehr niedrig und betragen etwa vier Prozent des Einkommens.
  • Der Vatikan besitzt eine Fußballauswahl und eine eigene Liga. Da das Land jedoch über keinen Fußballplatz aus Naturrasen verfügt, der den FIFA-Normen entspricht, ist der Vatikan kein Mitglied der FIFA.
  • Der Vatikanstaat hat die höchste Kriminalitätsrate der Welt, wenn die Anzahl der Straftaten in Relation zur Anzahl der Einwohner gestellt wird. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Kleinkriminalität wie etwa Handtaschendiebstähle. 90 Prozent der Vorfälle bleiben unbestraft, da die Täter nach Italien fliehen.
  • Der Vatikan kann auf seinem Gebiet straffällig gewordene Personen, egal ob sie dort von der eigenen Gendarmerie oder von Hilfstruppen der italienischen Polizei verhaftet werden, zur Aburteilung an Italien überstellen, welches zur Übernahme verpflichtet ist und vatikanisches Recht anzuwenden hat. Nur bei einer vorherigen Flucht auf italienisches Territorium kommt das dort geltende Strafrecht zur Anwendung.
  • Das vatikanische Gefängnis bietet nur zwei Personen Platz und wird momentan als Lagerraum verwendet. Es wurde im Laufe der Geschichte erst viermal benutzt: einer der Insassen war ein Priester, der wegen illegalen Geldtransfers verurteilt wurde; der zweite war ein Mann, der beim Münzdiebstahl in der Peterskirche ertappt wurde; der dritte war ein schwedischer Tourist, der einen Priester attackierte, und zuletzt ein Schweizer Besucher, der einen Gardisten gröblich beleidigt hat. Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca verbüßte seine Strafe nicht im Vatikan, sondern in einem römischen Gefängnis.

Foto: CC 3.0 Greg O’Beirne

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