Manhattan am Mittelmeer: Monaco

Das Fürstentum Monaco ist ein Stadtstaat in Westeuropa. Mit seiner sehr geringen Fläche ist Monaco nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Welt. Monaco hat 33.000 Einwohner und mit 16.319 Einwohnern pro Quadratkilometer mit Abstand die höchste Einwohnerdichte aller Staaten der Erde. Der Stadtstaat liegt an der französischen Mittelmeerküste zwischen der französischen Stadt Nizza im Westen und der französisch-italienischen Grenze im Osten. Die Küstenlänge des Fürstentums beträgt nur 4 Kilometer. In den letzten Jahrzehnten hat man das Staatsgebiet durch Landgewinnung um mehr als 40 Hektar vergrößert.

Monaco ist vor allem bei den Reichen der Welt als Wohnsitz begehrt, da das Fürstentum weder Einkommensteuer noch Erbschaftsteuer erhebt und im Ausland begangene Finanzvergehen nicht verfolgt werden. Unternehmen in Monaco zahlen hingegen Steuern. Die Immobilienpreise gehören zu den höchsten der Welt: es werden Quadratmeterpreise von bis zu 70.000 US-Dollar bezahlt.

Monaco wird „Manhattan am Mittelmeer“ genannt – dies verweist auf die stetige Bautätigkeit (Landgewinnung, Bau von Hochhäusern etc.). Die teils zu öffentlichen Beeinträchtigungen führende Bautätigkeit ist sehr auffällig – bei der sehr geringen Landesfläche von nur knapp zwei Quadratkilometern kein Wunder. Durch diesen Platzmangel ist man sehr darauf bedacht, jeden noch so kleinen Fleck der Landesfläche so effizient wie möglich auszunutzen und zu bebauen. Momentan werden beispielsweise nach der Verlegung der Eisenbahn unter die Erde die freiwerdenden Gleisflächen mit Hochhäusern bebaut.

Der Place du Casino stellt in mehrfacher Hinsicht eines der touristischen Zentren Monacos dar. Zum einen liegt dies in seiner sehr zentralen Lage mitten im Fürstentum. Zum zweiten befinden sich dort das bekannte Hôtel de Paris sowie das berühmte Casino von Monte-Carlo und direkt daneben die prunkvolle Oper Monacos, wobei alle genannten Einrichtungen durch ihre historische Architektur zu beeindrucken vermögen. Zum dritten ist der Casino-Platz mit seinem Rondell die erste Anlaufstelle für Touristen, die auf Kreuzfahrt das Fürstentum anlaufen, da die Kreuzfahrtschiffe in Sichtweite des Casinos ankern und die Passagiere direkt unterhalb des Casinos an Land gehen. In den Sommermonaten ist der Place du Casino speziell an Freitag- und Samstagabenden ein Treffpunkt für Monaco-Touristen aus aller Welt.

Als zweiter zentraler Touristenmagnet in Monaco gilt die Altstadt, Monaco-Ville. Sie ist auf dem Fürstenfelsen gelegen, wo sich auch der Fürstenpalast, die politische und private Residenz der Fürstenfamilie, befindet. Die Altstadt Monacos ist, wie für das Fürstentum typisch, sehr eng bebaut. In den Gassen der Altstadt befinden sich zahlreiche Gaststätten und Souvenirläden. Speziell in der Hochsaison ist die Altstadt sehr stark von Touristen bevölkert und mitunter schon als überlaufen zu bezeichnen.

Die Jachthäfen von Monaco sind beliebte Touristenziele, wo besonders spektakuläre und große Privatjachten von vermögenden Eignern vor Anker liegen. Der größte Hafen befindet sich in La Condamine, entlang jener öffentlicher Straßen, die auch für den alljährlichen Formel 1-Grand Prix genutzt werden. Weitere Jachthäfen finden sich direkt unterhalb des Fürstenfelsens in Fontvieille und auf der gegenüberliegenden Seite von Fontvieille in Richtung Cap d’Ail.

Als Kontrast zu den zahllosen Betonbauten in Monaco wurden mehrere öffentliche Gärten mit teils exotischen Pflanzen, Palmen sowie einheimischen und importierten Vogelarten angelegt. Der exotische Freiluft-Garten Monacos – Jardin Exotique – bietet Pflanzenkundlern eine sehr große Anzahl der verschiedensten Pflanzen- und Baumarten zur Besichtigung. Der Garten zeichnet sich zudem durch seine Lage aus: er befindet sich an der Staatsgrenze zu Frankreich in Richtung Nizza in großer Höhe, von wo sich ein spektakulärer Panoramablick über das Fürstentum bietet. Erwähnenswert sind auch der Japanische Garten, der sich westlich des Grimaldi Forums an der Avenue Princesse Grace befindet und durch große Pflanzenpracht, filigrane japanische Hütten- und Brückenbauten und Teiche mit seltenen Koi-Karpfen gefällt, sowie die Gärten in Fontvieille und im Bereich zwischen Musée Océanographique und Fürstenpalast.

In Larvotto befindet sich der öffentliche Strand Monacos, der naheliegenderweise gerade in den warmen Sommermonaten ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen ist. Der Sand dort ist indessen grobkörnig und nicht mit feinen, weißen Sandstränden an anderen Mittelmeerorten zu vergleichen, und im Wasser stellen mitunter Quallen eine Störung des Badebetriebs dar. Ein weiterer vergleichsweise großer und im Sommer recht bevölkerter öffentlicher Badestrand befindet sich unmittelbar hinter Fontvieille, zu Cap d’Ail hin und auf französischem Staatsgebiet gelegen.

Fotos: CC 3.0 Webster, Senet, CC 3.0 Arnaud 25

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