Tel Aviv: das Miami Israels

Tel Aviv („Hügel des Frühlings“) ist die pulsierende Metropole Israels. Der Großraum von Tel Aviv schließt einige direkt anschließende Nachbarstädte ein, die im besiedelten Gebiet bis zu 14 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt liegen, so dass der Großraum Tel Aviv mit etwa 3,2 Millionen Einwohnern das größte Ballungsgebiet Israels ist. Tel Aviv selbst hatte Ende 2008 knapp 400.000 Einwohner und ist damit nach Jerusalem die zweitgrößte Stadt in Israel.

Tel Aviv spielte eine bedeutende Rolle in der Staatsbildung Israels, da in ihr David Ben-Gurion, der erste Premierminister des Landes, die Unabhängigkeitserklärung abgab. Diese Zeremonie dauerte allerdings nur etwa eine halbe Stunde, da Israel sogleich von mehreren arabischen Staaten angegriffen wurde.

Tel Avivs eigentliche Geschichte beginnt mit ʾAhusat Bajit. Zu ihren Gründerfamilien gehörte auch die Familie des späteren Ministerpräsidenten Mosche Scharet. ʾAhusat Bajit vereinigte sich später mit zwei anderen neuen Vierteln – das neue Gebilde wurde, nach dem Titel der hebräischen Übersetzung Sokolows des utopischen Romans „Altneuland“ von Theodor Herzl, „Tel Aviv“ genannt. Den Namen hatte der Übersetzer seinerseits dem biblischen Buch Ezechiel entnommen, wo er einen Ort in Babylonien bezeichnet, an dem der Prophet Ezechiel seine Offenbarungen empfängt: „So kam ich zu den Verschleppten, die in Tel-Abib wohnten.“ (Ez 3,15a). In diesen – mit dem Tel Aviv verbundenen – Offenbarungen heißt es unter anderem, dass „einmal das ganze zerstreute Volk Israel nach Erez Israel zurückgeführt werden wird“. Der 11. April 1909 gilt als Tag der Gründung Tel Avivs. Die Stadt wuchs schnell, wurde zum Zentrum städtischen Lebens in Israel und zur heimlichen Hauptstadt.

Tel Aviv wird von seinen Traumstränden, den Hochhäusern und vielfältigen Stadtteilen geprägt.

Die sogenannte „Weiße Stadt“ gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Die Besonderheit der Weißen Stadt stellen die mehr als 4.000 im Bauhaus- und Internationalen Stil errichteten Häuser dar. Sie wurden in den 1930er Jahren von zahlreichen Architekten erbaut – Professoren und Studenten, die aus Dessau und Berlin flohen, um dem nationalsozialistischen Terror zu entgehen. Besonders nennenswert ist auch Jaffa – eine historische Hafenstadt, heute ein Stadtteil von Tel Aviv. Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass das Gebiet von Jaffa schon 3.500 v. Chr. besiedelt war.

Tel Aviv ist für sein pulsierendes, multikulturelles Leben, die blühende Kunstszene und das ausgezeichnete Nachtleben bekannt – bei dem man die Probleme des von allen Seiten bedrängten Landes einmal vergessen kann.

Fotos: CC 3.0 Felix Rubinstein, CC 3.0 גיא חיימוביץ

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