Karmelit: Haifas außergewöhnliche U-Bahn

Die Karmelit in der nordisraelischen Hafenstadt Haifa ist die einzige U-Bahn Israels. Es handelt sich um das kleinste U-Bahnsystem und die U-Bahnlinie mit der größten Steigung der Welt.

Der Name der U-Bahn ist vom Karmelgebirge abgeleitet, in dessen Nordhang der Tunnel der Karmelit verläuft. Es handelt sich dabei nur um eine einzige Linie mit etwa 1,8 Kilometern Streckenlänge und sechs Stationen, auf der zwei Züge à zwei Wagen im Abstand von wenigen Minuten gegenläufig verkehren.

Eine Besonderheit der Karmelit ist der große Höhenunterschied von etwa 275 Metern auf ihrer kurzen Streckenlänge, was einer mittleren Steigung von ungefähr 15 Prozent entspricht. Zur Überwindung dieser Höhe wurde die Bahn als Standseilbahn verwirklicht. Aufgrund der starken Steigung mussten sowohl die Bahnhöfe, als auch die Bahnen mit Treppenstufen ausgestattet werden, was ein außergewöhnliches Bild abgibt.

Gebaut wurde die Karmelit von einer französischen Firma ab dem Jahr 1956. Nach mehrjähriger Schließung und anschließender Renovierung wurde sie im September 1992 wiedereröffnet.

Im innerstädtischen Verkehr spielt die Karmelit nur eine vergleichsweise geringe Rolle, da sie am Rand der heutigen städtischen Zentren verläuft und kaum in das öffentliche Bussystem der Buskooperative Egged eingebunden ist. Die Bedeutung könnte sich allerdings mit der Inbetriebnahme des Spurbussystems Metronit verbessern, das an der Haltestelle Kikar Paris (Pariser Platz) mit der Karmelit verknüpft werden wird.

Eine wichtige Rolle spielt die Karmelit allerdings für Touristen: Vom Berg hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt. Den besten Blick bietet die Louis Promenade, eine Aussichtsstraße, die sich am Hang entlangzieht. Von dort kann man die Bucht von Haifa überblicken und bei guter Sicht bis zum Hermongebirge sehen. Die Louis Promenade führt auch zum oberen Eingang der Hängenden Gärten der Bahai, die seit ihrer Eröffnung im Jahre 2001 das Stadtbild dominieren.

Fotos: CC 3.0 Martina Nolte, CC 3.0 Manuel Schneider, Berthold Werner

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