Brooklyn Bridge: New Yorks Sehnsuchtsbrücke

Die Brooklyn Bridge ist eines der bekanntesten Wahrzeichen New Yorks und eine der ältesten Hängebrücken in den USA. Die Brücke überspannt den East River und verbindet die Stadtteile Manhattan und Brooklyn miteinander. Als „Sehnsuchtsbrücke“ in das Herz von Manhattan symbolisiert sie den Traum von einem besseren Leben.

Geplant wurde die Brooklyn Bridge vom deutsch-amerikanischen Ingenieur John August Roebling, der aus Mühlhausen in Thüringen stammte. Er hatte zuvor bereits mehrere kleinere Hängebrücken konstruiert und war von ihnen fasziniert. Seine erste Hängebrücke soll er als Student auf einer Reise nach Bamberg gesehen haben, eine kleine Brücke über die Regnitz. Roebling hat das Konstruktionsprinzip im Jahr 1826 zum Thema seiner Abschlussarbeit am Königlich polytechnischen Institut zu Berlin gemacht. Sie diente dann später auch als Vorbild für die Brooklyn Bridge.

Der Bau der Brooklyn Bridge begann im Jahr 1869. Kurz nach Beginn der Arbeiten wurde Roebling bei Vermessungsarbeiten jedoch Opfer eines Unfalls und starb drei Wochen später infolge einer Tetanuserkrankung. Sein Sohn Washington übernahm daraufhin die Leitung des Projektes, der sie aber ebenfalls nicht lange ausführen konnte – er erkrankte bei Arbeiten in einem der Senkkästen an der Taucherkrankheit, litt an einem eingeschränkten Sprechvermögen und war an den Rollstuhl gefesselt. Während er die weiteren Bauarbeiten mit einem Teleskop von zu Hause aus verfolgen musste, war es vor allem seine Ehefrau Emily, die die Arbeiten voranbrachte. Sie sollte später auch die erste Person sein, die die Brücke nach ihrer Fertigstellung überquerte.

Die Bauzeit betrug 14 Jahre, die Gesamtkosten beliefen sich auf 18 Millionen US-Dollar. Insgesamt beschäftigte der Bau rund 6.000 Arbeiter, von denen 27 dabei ihr leben verloren. Um die skeptische New Yorker Bevölkerung von der Stabilität des Bauwerks zu überzeugen, soll der Zirkus Barnum, der sein Winterquartier in Brooklyn hatte, mit 21 Elefanten zur Belastungsprobe über die Brücke geschickt worden sein.

Am 24. Mai 1883 wurde die Brooklyn Bridge eröffnet. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1883 war sie die längste Hängebrücke der Welt; sie übertraf alle zuvor errichteten in ihrer Länge um mehr als 50 Prozent. Für die Stadt New York wurde die Brooklyn Bridge schnell zu einem neuen Wahrzeichen.

Nicht ganz klar ist, wie die New Yorker die neue Brücke akzeptiert haben. Teilweise heißt es, alle seien begeistert gewesen und hätten zu Hunderttausenden am Eröffnungstag die Brücke beschritten. Anderen Berichten zufolge war die Bevölkerung anfangs sehr zögerlich.

Wenige Tage nach der Eröffnung brach eine Panik aus, die 34 Menschen das Leben kostete. Eine Dame knickte beim Gehen leicht um, woraufhin ihre Begleiterin laut aufschrie. In Sekundenschnelle entstand daraus die Angstvision, die Brücke stürze ein – eine Massenpanik brach aus.

Um das Jahr 1900 herum verkauften die Betrüger George C. Parker und William McCloundy mehrfach angeblich von ihnen besessene Grundstücke, über die neue Zufahrtsstraßen zur Brücke laufen sollten, an wohlhabende Besucher der Stadt, die sich davon hohe Renditen versprachen. Im Volksmund lief bald die Geschichte um, die beiden hätten unbedarften Fremden die Brücke selbst angedreht. „Selling the Brooklyn Bridge“ wurde bis heute zum geflügelten Wort in der englischen Sprache für jede Art von Missbrauch der Gutgläubigkeit anderer.

Am 17. Juni 1977 wurde die Brooklyn Bridge in das National Register of Historic Places der USA aufgenommen. Am 24. März 1983 erhielt sie den Titel einer National Historic Engineering Landmark. Um ihre herausragende architektonische Stellung zu unterstreichen, wird die Brücke seit den 1980er Jahren nachts beleuchtet.

Die „Brooklin Bridge Promenade“ ist ein Fußgängerweg über die Brücke und verläuft von der Centre Street in Manhattan bis zur Tillary Street in Brooklin über eine Länge von etwa 2,5 Kilometern.

Fotos: CC 3.0 Martin St-Amant (S23678), CC 3.0 Maria Azzurra Mugnai

1 Antwort

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.