Fels in der Brandung: Mont-Saint-Michel

Le Mont-Saint-Michel ist eine Gemeinde mit 44 Einwohnern im Département Manche (Region Basse-Normandie). Sie liegt auf der felsigen Insel Mont Saint-Michel, in der gleichnamigen Bucht des Mont-Saint-Michel, an der Mündung des Couesnon, etwa einen Kilometer vor der Küste im Wattenmeer der Normandie, nahe Avranches und der Grenze zur Bretagne.

Die ohne Bauten rund 46 Meter hohe Insel ist berühmt für die auf ihr erbaute Abtei Mont-Saint-Michel. Dieses Benediktinerkloster dominiert die nur ca. 55.000 m² große Insel und ist eines der besten Beispiele für französische normannische Architektur und für eine befestigte Abtei.

Die Geschichte beginnt im Jahr 708, in dem Bischof Aubert von Avranches in einem Traum vom Erzengel Michael aufgefordert wird, eine Kirche für ihn zu bauen. Die Baugeschichte der Abtei ist äußerst komplex, was verschiedene Gründe hat: das gewaltige und gewagte Bauvorhaben selbst, die lange Bauzeit, das abschüssige Gelände, die zu berücksichtigenden Vorgängerbauten, Planänderungen infolge von Bauschäden oder Einstürzen und die nie versiegenden Geldmittel. Die Abtei ist einer der größten erhaltenen Baukomplexe des europäischen Mittelalters und zweifellos eins der bekanntesten und meistbesuchten Monumente der Welt. Im Kloster lebten und arbeiteten bis in die 1960er Jahre Benediktinermönche, seit 2001 Ordensleute der „Fraternité Monastique de Jérusalem“.

Ursprünglich war die Insel nur bei Niedrigwasser von der Küste zu erreichen. Um 1877 wurde ein Damm gebaut, über den eine Straße die Insel gezeitenunabhängig mit der Küste verbindet. Durch den Bau des Dammes versandet die Bucht immer mehr. Zudem wurden jahrhundertelang Küstengebiete trockengelegt, um Ackerland zu schaffen. Durch die Kanalisierung des Flusses Couesnon wurde die Entwicklung nur noch verstärkt, so dass der Inselcharakter von Mont Saint-Michel immer mehr verloren ging. Mit immensem Aufwand will Frankreich nun die Versandung der Bucht um den Mont vor der Küste der Normandie stoppen.

Der Mont hat sich wieder zu einer großen Touristenattraktion und auch erneut – noch in geringem, aber wachsenden Umfang – zu einem Pilgerort entwickelt, unter anderem im Zusammenhang mit dem Jakobsweg. Er wird jährlich von etwa 3,5 Millionen Menschen besucht. Der Berg und seine Bucht gehören seit 1979 dem Weltkulturerbe der UNESCO an. Außerdem wird er auch seit 1998 als Teil des Welterbes Jakobsweg in Frankreich aufgeführt.

Fotos: CC 3.0 Benh LIEU SONG, CC 3.0 Christian Förster

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