Griechischer Wein und Traumstrände

Chalkidikí

Diese Strände! Sie sind es, die dem Besucher schon beim Landeanflug auf Chalkidikí auffallen. Weißer Sand und türkisblau leuchtendes, glasklares Wasser: Was viele der griechischen Inseln vermissen lassen, ist auf dem äußersten Zipfel des Festlandes im Überfluss vorhanden. Ebenso wie das üppige Grün, das fast die gesamte Halbinsel bedeckt. Waldreich ist die Region und daher auch ideal zum Wandern, Mountainbiken und für andere Outdoor-Aktivitäten geeignet. Und noch etwas fällt auf: Trotz der Vielzahl an Traumstränden hat bisher keine nennenswerte internationale Hotelkette Chalkidikí für sich entdeckt. Massentourismus sucht man daher vergeblich – stattdessen gibt es Natur, Ruhe und Ursprünglichkeit. Das mag an der relativ strikten Baupolitik der Regierung liegen; Häuser dürfen hier maximal zweigeschossig errichtet werden. Bausünden wie in vielen Regionen Spaniens oder Italiens gibt es so gut wie nicht. Kleinere Hotels aller Kategorien, gemütliche Dörfchen und mit Thessaloniki sogar eine echte „Europäische Kulturhauptstadt“ (im Jahr 1997) warten auf ihre Entdeckung.

Wir wussten es schon immer: Griechenland ist schön – und Chalkidikí einfach großartig! Das wissen auch die 500.000 Deutschen, die jährlich die Halbinsel mit den drei „Fingern“ bereisen. Von den insgesamt gut eine Millionen Besuchern Chalkidikí’s stellen die Deutschen mit großem Abstand die stärkste Fraktion dar. So wundert es nicht, dass Deutsch neben Englisch die meistverstandene und -gesprochene Sprache ist. Besonders beeindruckt die Ursprünglichkeit dieser Region und die Freundlichkeit der Griechen, die überall spürbar ist. Der aufstrebende Tourismus scheint Chalkidikí noch nicht negativ verändert zu haben. Ein gutes Gefühl – gerade im überlaufenen Europa!

Sithonia, Kassandra und Berg Athos heißen die drei Finger, deren touristische Erschließung recht unterschiedlich ist. Je näher man in Richtung Flughafen Thessaloniki kommt (Kassandra liegt am nächsten), desto mehr Hotels findet man entlang der schönen Küsten. Ruhig und beschaulich geht es dagegen am Berg Athos zu, ein ideales Ziel für Ruhesuchende und Naturliebhaber.

Als Griechenland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union innehatte, im Jahr 2003, fand auf Chalkidikí­ das Treffen der mächtigsten Politiker Europas statt. Sie konferierten in Porto Carras, einem Bauhaus-Hotelkomplex von Walter Gropius, der eigens zu diesem Zweck aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde. Zu Porto Carras gehören unter anderem auch ein Weingut und ein Château aus den Fünfzigern, das wegen seiner Abgeschirmtheit gerne für Adelsfamilien samt Entourage und größere Promi-Partys genutzt wird. Doch auch für „normale“ Urlauber bietet die Halbinsel inzwischen eine Vielzahl attraktiver Vier- und Fünf-Sterne-Hotels. Dabei reicht die Bandbreite vom kleinen Designhotel bis zum weitläufigen Luxusresort.

Was wäre Griechenland ohne antike Ruinen? Auch auf Chalkidikí sind sie natürlich zu finden. Olynthos zum Beispiel war einst das kulturelle Zentrum der Halbinsel. Seine Besiedlung reicht bis ins Jahr 3.000 vor Christus zurück. Besonders beeindruckend an der Ausgrabungsstätte ist die Präzision, mit der die Häuserreihen einst angelegt wurden. Schnurgerade Straßen ziehen sich durch die schachbrettartige Anlage. Teilweise sind sogar noch uralte Mosaik­böden erhalten und die vielleicht älteste Badewanne der Welt wurde hier gefunden. Sie ist mittlerweile im Museum in Thessaloniki ausgestellt.

Nur für Männer!

Der Heilige Berg Athos ist eine orthodoxe Mönchsrepublik, ein kleiner Staat im Staat. Die Grenze wird polizeilich überwacht, denn weder Frauen noch Männer unter 21 Jahren dürfen diesen Teil des Landes betreten. Erwachsenen Männern ist nur mit behördlicher Genehmigung der Zutritt gestattet. Der Berg Athos ist gut 2.000 Meter hoch und befindet sich auf dem gleichnamigen östlichen Finger der Halbinsel Chalkidikí. Das Territorium umfasst rund 336 Quadratkilometer und beherbergt über 2.000 Mönche plus Verwaltungsangestellte, Polizisten, Geschäftsbesitzer und Arbeiter.

Seine organisierte Besiedelung reicht der Legende nach auf einen Abt im zehnten Jahrhundert ­zurück, der seine Vision eines heiligen Landes nach dem Vorbild von Konstantinopel umsetzen wollte. Einst waren es bis zu 300 Klöster, Eremitagen oder einfache Wohnhöhlen, in denen die Mönche lebten und ihrem strengen Tagesablauf folgten. Der Großteil der Gebäude wurde jedoch zerstört. Berühmt sind die Ikonen-Malerwerkstätten des Athos. Auch der Wein und das Olivenöl der Mönche sind berühmt. Finanziell hält sich die Mönchsrepublik größtenteils mit Holzwirtschaft über Wasser.

Auf dem Berg war die Fortbewegung lange Zeit nur zu Fuß oder per Maultier möglich. Erst im Jahr 1963 wurde zur 1.000-Jahrfeier die erste Schotterstraße gebaut. Inzwischen sind alle 20 Klöster des Athos an das Straßennetz ange­schlossen und werden regelmäßig von Geländewagen oder Bussen ­angefahren. Einige Teile sind aber noch immer nur über Maultierpfade oder per Schiff erreichbar. Schiffstouren entlang der Küste von Athos sind ab Ouranoupolis buchbar. Unterwegs erfährt man Genaueres über die Geschichte und das Klosterleben in drei Sprachen – auch in Deutsch. Eine dreistündige Cruise kostet etwa 20 Euro pro Person.

Petralona Caves

Zur Nebensaison von Schulklassen bevölkert und absolut sehenswert ist die beein­druckende Tropfsteinhöhle von Petralona. Erst im Jahr 1959 entdeckte sie ein Dorfbewohner, da er aufgrund von Tropfgeräuschen eine Quelle vermutete. Spezialisten erforschten daraufhin die verschiedenen Säle der Höhle, die wegen eines Felssturzes so lange versteckt geblieben war. Sie fanden neben fantastischen Tropfsteinlandschaften eine kleine Sensation: den fossilen Schädel eines etwa 200.000 Jahre alten „Homo Heidelbergensis“, einer Gattung, aus der später der Neandertaler hervorging. Der Schädel war ganz in Tropfsteinmasse gehüllt. In einem weiteren Raum, dem „Friedhof der Giganten“, spürten die Forscher Knochen von prähistorischen Wildtieren auf. Heute liegen die Original-Funde in der paläontologischen Abteilung der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Im kleinen Museum direkt bei den Höhlen sind Kopien zu sehen.

Kulturhauptstadt Thessaloniki

Sehenswert ist auch Thessaloniki, die Hauptstadt der griechischen Verwaltungsregion Zentralmakedonien. Die Wurzeln der Stadt reichen bis ins vierte Jahrhundert vor Christus zurück. Verschiedene Kulturen, wie die Römer, Byzantiner oder Osmanen, haben ihre Spuren hinterlassen. Besonders die frühchristlichen Kirchen der Stadt und die zahlreichen kulturhistorischen Museen sind einen Besuch wert. Ebenso wie der Berg Athos stehen die byzantinischen und mittelalterlichen Kirchen von Thessaloniki unter UNESCO-Schutz. Hier zum Beispiel die Kirche Saint Pavlo, die idyllisch auf einem Hügel erbaut wurde. Wahrzeichen Thessalonikis ist der Weiße Turm, der wahrscheinlich von venezianischen Baumeistern errichtet wurde und heute eines der insgesamt 25 Museen der Stadt beherbergt. Im Viertel Ladadika warten viele traditionelle und preiswerte Tavernen und Ouzerien auf Kundschaft.

Ein Urlaub auf Chalkidikí bietet im Rahmen von Griechenland-Reisen eine gelungene Mischung aus Kultur, Natur und Strand. Von Mai bis September lässt es sich hier am besten aushalten, im Winter ­haben viele Hotels geschlossen. Inzwischen gibt es gute und preiswerte Flugverbindungen nach Thessaloniki, wobei sich rechtzeitiges Buchen immer lohnt.

Bei EWTC gibt es ein breites Angebot an Griechenland-Reisen und Hotels. Der Kölner Direktveranstalter bietet seinen Kunden maßgeschneiderte Urlaubserlebnisse: Ob Pauschalreise oder Nur-Flug bzw. Nur-Hotelaufenthalt, ein Reiseland oder die Kombination verschiedener Ziele. Die ortskundigen EWTC-Mitarbeiter helfen bei der Planung. Weitere Infos gibt es unter: www.ewtc.de

Foto: CC 3.0 Wolfgang Reiter

,

Keine Kommentare bisher.

Hinterlasse eine Antwort