New York jenseits von Manhattan

Brooklyn

New York muss man einfach lieben! Die Metropole am Hudson bleibt weiterhin eines der beliebtesten USA-Reiseziele. Für die allermeisten Touristen ist New York aber vor allem synonym mit Manhattan – dabei besteht die Stadt ja aus insgesamt fünf „Boroughs“: Manhattan, Brooklyn, Queens, die Bronx und Staten Island. Nicht jeder von diesen ist gleich sehenswert, doch sollte man sie zumindest ansatzweise kennenlernen, um die Stadt in ihrer Gesamtheit schätzen zu können.

Wer seine New-York-Eindrücke vor allem aus der Popkultur bezieht, der hat sicher einige Bilder vor Augen: die behäbige Vorstadt-Idylle aus King of Queens, im Gegensatz dazu Ghetto und Kriminalität in der Bronx, die hierzulande wohl vor allem aus dem Hip Hop bekannt ist (Staten Island kennt kaum jemand – das ist auch okay so). Brooklyn hingegen ist da, wo Miranda am Ende von Sex and the City widerwillig hinzieht, weil sie Platz für ihre Kinder braucht. Dabei gibt es hier so viel mehr zu entdecken als reine Klischees! Wer zum Beispiel eine mehrwöchige Sprachreise nach New York bucht, kann all dies gemütlich erkunden und nebenbei seine Englisch-Kenntnisse vertiefen.

Brooklyn unter der Lupe

Brooklyn ist der Borough mit der größten Einwohnerzahl und beinhaltet zahlreiche recht unterschiedliche Viertel, die traditionell von diversen Migrantengruppen bestimmt werden. Bedford-Stuyvesant etwa ist eines der bekanntesten schwarzen Wohnviertel, Bushwick besteht zu 80% aus Latino-Amerikanern, während Brighton Beach am Südrand prädominant russisch ist. Der gesamte Borough war noch vor nicht allzu langer Zeit das, wofür heute allgemein die Bronx steht: eine No-Go-Area mit hoher Kriminalität, dominiert von Gangs und Drogenmissbrauch. Das legendäre Bad-Video von Michael Jackson wurde 1986 in der U-Bahn-Station Hoyt-Schermerhorn in Brooklyn gedreht.

Dann setzte Ende der Achtziger die Gentrifizierung ein und die am Wasser gelegenen Gegenden mutierten langsam, aber unausweichlich zu hippen Wohnvierteln für die Müslibrigade, deren Mieten denen von Manhattan inzwischen nicht mehr weit hinterherhinken. Wer als Tourist heute Brooklyn besucht, konzentriert sich denn auch auf diese Viertel: Greenpoint und Williamsburg im Norden, Brooklyn Heights, Park Slope, Prospect Heights und Fort Greene weiter südlich. Und sie sind es durchaus wert, erkundet zu werden. Wer etwa abends die Bedford Avenue an der Northside von Williamsburg entlangwandert, findet einen bunten Mix aus rege besuchten Cafés und Bars zwischen traditionellen Delis, überteuerten Öko-Supermärkten und hippen Boutiquen. Man bleibt unter sich: Brooklynites verkünden gerne mit einer gewissen Süffisanz, dass sie „schon ewig nicht mehr in Manhattan waren“. Man kann das nach einer Weile durchaus nachvollziehen.

Ein paar Tipps für den eiligen Besucher

Wer die Zeit oder die Muße nicht hat, den Borough ausgiebig zu entdecken, dem sei zumindest ein Crashkurs empfohlen. Wenn Sie die unausweichliche Wanderung über die Brooklyn Bridge unternehmen, um die Skyline von Manhattan zu bewundern, dann drehen Sie nicht gleich wieder um, sondern erkunden Sie DUMBO (kurz für Down Under the Manhattan Bridge Overpass) – vorzugsweise an einem Sonntag, wo Sie noch gleich den Smorgasburg-Flohmarkt durchstöbern können. Wandern Sie dann durch Brooklyn Heights zum Pier 6, von wo Sie die Fähre zur Governors Island nehmen können – mit garantiert kürzeren Warteschlangen als in Manhattan!

Park Slope und Prospect Heights hingegen können Sie perfekt mit einem Besuch der Brooklyn Botanic Gardens oder des Brooklyn Museums verbinden. Sind Sie gerne aktiv, sollten Sie auf jeden Fall ein Citibike mieten und die Schleife durch den Prospect Park radeln – vor allem am Wochenende ein wundervoller Ort zum „people watching.“ Wollen Sie einen wirklich schönen Sonnenuntergang hinter der Skyline von Manhattan erleben, dann nehmen Sie die East River Ferry von der 35. Straße oder vom Pier 11 in Manhattan nach Greenpoint und machen es sich mit einem Picknick an einem der Tische im East River State Park bequem.

Ganz gleich, ob Sie einen kurzen City-Break auf eigene Faust machen, eine Sprachreise z.B. über ESL-Sprachreisen.at gebucht haben oder zu einem bestimmten Event in den Big Apple fliegen – es lohnt sich durchaus, über die Grenzen von Manhattan hinauszuschauen! Am Ende geht es Ihnen wie vielen New Yorkern und Sie wollen gar nicht mehr zurück…

Foto: CC 3.0 Beyond My Ken

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2 Kommentare zu New York jenseits von Manhattan

  1. Walt 9. Oktober 2013 um 11:15 #

    Wirklich interessant, was ihr da schreibt. Hatte mich schon vor einiger Zeit mal grob über eine Reise nach New York informiert, aber mit eurem Post kann ich weitaus mehr verbinden als nur den üblichen Tourie-Kram. Brooklyn wäre auf jeden Fall auch eins meiner Ziele. Eigentlich würden zwei Wochen New York bestimmt gar nicht für mich reichen 😀

  2. Thomas 30. Mai 2014 um 08:17 #

    Mein erster New York-Aufenthalt ist jetzt schon 5 Jahre her und ich habe mich damals, bis auf die obligatorische Wanderung über die Brooklyn Bridge, auch hauptsächlich die Sehenswürdigkeiten in Manhattan beschränkt. Für meine Reise im nächsten Jahr habe ich mir allerdings auch vorgenommen mehr von den Boroughs zu besichtigen. Besonders da ich in letzter Zeit schon häufiger von den neuen „In-Vierteln“ in Brooklyn gelesen habe.

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