Im Land der Könige – Eine Schlössertour durch Oberbayern

Schloss in Bayern

Kaum eine Region in Deutschland hat so viele Schlösser und Burgen zu bieten wie Oberbayern. Wer den Wunsch nach einer idyllischen und informativen Schlössertour verspürt, kann direkt von München aus mit einem Mietwagen starten und gemütlich von Schloss zu Schloss fahren.

Schloss Nymphenburg in München

Nicht weit ist es bis zum im Münchner Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg gelegenen Schloss Nymphenburg. Dieses bildet eine optisch reizvolle Einheit mit dem Schlosspark Nymphenburg und den Parkburgen. Den Auftrag für die ehemalige Sommerresidenz der Wittelsbacher erteilten im Jahr 1664 der Kurfürst Ferdinand Maria und seine Gattin Adelheid von Savoyen anlässlich der Geburt ihres lang ersehnten Thronerben Max Emanuel. Unter diesem und seinem Sohn Karl Albrecht wurden dem schlichten kubischen Bau Erweiterungsbauten nach den Entwürfen Henrico Zuccallis und Joseph Effners angefügt.

Die Reise in die Vergangenheit beginnt bereits einige hundert Meter vor dem Schloss. Zwei schattige Auffahrtsalleen, getrennt durch den Nymphenburger Kanal, weisen den Weg. Direkt vor dem Gebäude lädt das aufwändig gestaltete Parterre mit seiner großen Wasserfontäne die Besucher zum Verweilen ein. Sondergärten wie die Kabinettsgärten und der Kronprinzgarten bezaubern durch beschauliche Gartenkunst, märchenhafte Kaskaden und Skulpturen. Auch mitten in der Anlage befindliche Bauwerke wie die Magdalenenklause oder die Pagoden- und Amalienburg sind einen Ausflug wert.

Schloss Schleißheim in Oberschleißheim

Weiter geht es nach Norden, wo nur etwa 18 Kilometer entfernt die Schlossanlage Schleißheim in Oberschleißheim auf Besucher wartet. Hierbei handelt es sich um einen Komplex dreier einzelner, durch eine großzügige Gartenanlage verbundener Schlossbauten. Die Schleißheimer Parkanlage gehört zu den renommiertesten europäischen Barockgärten. Das Areal umfasst das im Stil der Spätrenaissance errichtete Alte Schloss Schleißheim aus dem Jahr 1623, das ab 1684 erbaute Schloss Lustheim, welches ursprünglich als Lust- und Jagdschloss diente, und das Neue Schloss Schleißheim, dessen Bauzeit von 1701 bis 1726 andauerte. Dieser Bau wurde einschließlich seiner von Kurfürst Max Emanuel ins Leben gerufenen Gemäldesammlung bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute haben die Besucher Zutritt zu allen drei Gebäuden der Anlage.

Schloss Linderhof in Ettal

Zum nächsten Ziel hin führt die Reise ein Stück weit nach Süden, in die oberbayrische Gemeinde Ettal. Das dort angelegte Schloss Linderhof, auch als „Königliche Villa“ bezeichnet, zählt zu den Schlössern des bayrischen Königs Ludwig II. Das kleine Schloss wurde zwischen 1870 und 1886 in mehreren Bauabschnitten anstelle des sogenannten „Königshäuschens“ von Max II., des Vaters Ludwigs II., errichtet. Schloss Linderhof ist das kleinste der drei Schlösser des Märchenkönigs und das einzige, dessen Vollendung dieser noch miterlebte. Linderhof gilt als Lieblingsschloss dieses edlen Bauherrn, in dem dieser sich mit Abstand am häufigsten aufhielt. Der Schlosspark wurde von 1870 bis 1880 nach den Plänen von Carl von Effners angelegt. Das Schloss umgeben Terrassen- und Kaskadenanlagen, die sich an der italienischen Renaissance orientieren, und Gartenräume im Barockstil. Der sich anschließende Landschaftsgarten bildet die Überleitung zum Wald des Ammergebirges.

Schloss Herrenchiemsee

Von Ettal aus geht es nach Nordosten, wo ein weiteres Schloss Ludwigs II. von Bayern zu finden ist. Im Neuen Schloss Herrenchiemsee verwirklichte dieser nach Entwürfen von Julius Hofmann und Georg Dollmann sein über lange Zeit geplantes Bauprojekt eines „Neuen Versailles“, das den Absolutismus versinnbildlichen und als eigenständige Schöpfung des Historismus gelten sollte. Der auf der größten Chiemseeinsel gelegene Prunkbau war das letzte große und zugleich kostspieligste Projekt Ludwigs II. Mit dem Tod des Königs im Jahr 1886 endeten die Arbeiten. Weite Teile des Gebäudes blieben unfertig. Die noch unter dem Märchenkönig ausgestatteten Zimmerfluchten können heute ebenso besichtigt werden wie das in mehreren unvollendeten Räumen des Südflügels eingerichtete Museum, das sich mit dem Leben Ludwigs II. und dessen Bauwerken beschäftigt. Von den etwa zwanzig Prunkräumen sind insbesondere die Gesandtentreppe, das Paradeschlafzimmer und die große Spiegelgalerie für eine genauere Betrachtung zu empfehlen.

Weitere Infos gibt es auf schloesser.bayern.de.

Foto: CC 2.5 Richard Bartz

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