Die Stadtviertel von Rio de Janeiro

Rio de Janeiro – zu dieser Stadt fällt jedem etwas ein: Christusstatue, Zuckerhut, Copacabana, Ipanema, braungebrannte oder farbige Schönheiten, Karneval, Samba, Reichtum, aber auch Favelas, Armut und Kriminalität. Alles zweifellos richtig.

Doch abseits dieser Stichworte wird das Bild Rio de Janeiros diffus. War es das? Die Antwort lautet natürlich: nein. Die schönste, und vielleicht auch aufregendste Stadt der Welt halt noch viel mehr zu bieten.

Wussten Sie, dass es in Rio de Janeiro auch spannende Stadtviertel und schöne Strände abseits der Copacabana gibt? Hier eine kleine Tour durch einige Stadtviertel.

Barra da Tijuca

Barra da Tijuca, kurz Barra, eine Art brasilianisches Miami, ist ein moderner, riesiger Stadtteil im Westen Rios, in dem die Schönen und Reichen wohnen. Ein boomendes Viertel nach amerikanischem Vorbild, wunderschön zwischen dem Meer und Seen gelegen. Es gibt Hochhaus-, Reihenhaus- und Villenviertel.

Botafogo

Botafogo liegt zwischen Zentrum und dem Meer, den Hügeln Mundo Novo, Santa Marta und dem Morro de São João, der Botafogo von der Copacabana trennt. In Botafogo lebt in erster Linie die Mittelschicht. Der Strand befindet sich an der Guanabara-Bucht, und liegt somit abgeschirmt vom Atlantischen Ozean in der Nähe der Urca-Halbinsel und des Zuckerhutes. Botafogo weist eine hohe Konzentration an Cafés, Kinos und Theatern auf – in Botafogo befinden sich außerdem zwei der größten Einkaufszentren der Stadt.

Centro

Centro ist das historische, und auch das moderne Business-Zentrum der Stadt, und besteht aus verschiedenen Vierteln. Viele Sehenswürdigkeiten, Geschäfte und Bars, Restaurants und Cafés machen es sehr lebhaft.

Copacabana

Copacabana ist ein weltbekannter und sagenumwobener Stadtteil im Süden Rio de Janeiros, und liegt direkt zwischen dem Atlantik und teilweise mit kleineren Favelas bebauten Granitfelsen. Der halbmondförmige Strand mit der Promenade wird auch “Princesinha do Mar” (Kleine Meerprinzessin) genannt und sah in den 1930er, 1940er und 1950er Jahren sein goldenes Zeitalter. Als Stadtteil der Bohème, des Reichtums und des Glanzes ist Copacabana zum Thema vieler Musikstücke, Bücher und Bilder geworden. Aufgrund der Ersetzung der Villen durch zehn- bis zwölfstöckige Häuser hat die Bevölkerungsdichte seit den 1970er Jahren enorm zugenommen. Die Copacabana ist ein sehr geschäftiges Vergnügungsviertel, und einer der attraktivsten Stadtteile mit vielen Hotels.

Estácio

Estácio ist ein Stadtteil im Norden von Rio de Janeiro, und war ursprünglich ein Arbeiterviertel, welches einige Veränderungen erlebt hat. Mit der Einbindung ins Metronetz wurde der Stadtteil besser angebunden: Es wurde das Sambódromo eröffnet und alte Bauten abgerissen, um Platz zu schaffen für die moderne Cidade Nova mit dem Verwaltungszentrum São Sebastião. Estácio ist bedeutend für die kulturelle Entwicklung von Rio den Janeiro, und gilt als der Ursprungsort des Samba.

Flamengo

Flamengo liegt zwischen dem Stadtzentrum und Botafogo. Beim Strand befindet sich ein 1,2 km² großer Park, der Parque do Flamengo, in dem über 3.000 Baumarten gepflanzt wurden. Vom Park aus kann man auch die Guanabara-Bucht überblicken.

Gávea

Gávea liegt im Süden und gehört zu den besseren Vierteln der Stadt, ist von Grünanlagen geprägt, und von Aussichtspunkten gut an der Pferderennbahn zu erkennen. Ein Hingucker ist auch der Pedra da Gávea, ein 842 Meter hoher Granitfelsen.

Ilha do Governador

Die Ilha do Governador (port. Gouverneursinsel) ist die größte Insel in der Guanabara-Bucht. Auf der 42 km² großen Insel wohnen rund 450.000 Menschen. Ein Drittel der Insel ist vom Internationalen Flughafen Galeão / Antônio Carlos Jobim von Rio de Janeiro bedeckt. Sie ist mit einer Brücke mit der Fundão-Insel verbunden, welche wiederum mit dem Festland verbunden ist. Ein beträchtlicher Teil der Wohnfläche ist mit Favelas bedeckt. Daneben gibt es aber auch Wohngegenden der Mittelklasse.

Ipanema

Neben der nordöstlich von Ipanema gelegenen Copacabana, die heute etwas an Bedeutung verloren hat, ist Ipanema der wichtigste Strand Rios. Ipanema ist eine der sichersten und beliebtesten Wohngegenden mit einer gut situierten Einwohnerstruktur. Die Kombination von Strand und angenehmem Großstadtviertel ist in dieser Form einzigartig – es gibt unzählige Restaurants, hervorragende Einkaufsmöglichkeiten, ein reges Nachtleben, und Hotels in allen Preiskategorien. Dennoch geht es in Ipanema wesentlich entspannter zu als in Copacabana.

Jardim Botânico

Jardim Botânico, unterhalb der Christusstatue gelegen, ist ein wohlhabendes Viertel, welches seinen Namen vom berühmten Botanischen Garten hat. Im Viertel wohnen viele Brasilianische Stars und Sternchen.

Lagoa

Lagoa liegt am See hinter den Stränden von Ipanema und Leblon. Die traumhafte Lage lässt vermuten, dass es sich um ein wohlhabendes Viertel handelt. Rund um den See liegt eine 7,5 Kilometer lange Ringstraße.

Leblon

Leblon ist neben Ipanema und Copacabana eines der wohlhabenden Viertel, welches allerdings weniger bekannt ist. Die Atmosphäre ist nochmals etwas ruhiger und gediegener als in Ipanema. Leblon ist neben Santa Teresa Wohnort von vielen Kunstschaffenden.

Paquetá

Paquetá ist ein Stadtviertel, welches sich auf der gleichnamigen Insel innerhalb der Bucht von Guanabara befindet. Sie ist autofrei, lediglich der Verkehr von Fahrrädern und Pferdegespannen ist erlaubt. Auf Paquetá befinden sich zwanzig Affenbrotbäume (Baobabs), die einzigen Exemplare in Brasilien. Einer von ihnen wird als „Maria Gorda“ (fette Maria) bezeichnet, und von den Einwohnern als Glücksbringer geküsst.

Santa Teresa

Santa Teresa ist ein malerischer, auf einem Hügel gelegener Stadtteil. Besonders Europäer zieht es dort hin, und das nicht nur als Touristen. Viele Ausländer, darunter auch etliche Deutsche haben sich hier niedergelassen und stehen damit in einer alten Tradition: Von jeher war Santa Teresa ein Viertel, in dem sich deutsche Auswanderer zu Hause gefühlt haben. Das Viertel ist in den vergangenen Jahren immer mehr ins Zentrum touristischer Aktivitäten gerückt – neben kleinen Museen, Restaurants und kleinen Bars lockt auch die “Bonde”, die Straßenbahn, mit der man bis zum Corcovado fahren kann, auf dem die Christusstatue steht.

Urca

Urca ist ein Stadtteil im Süden Rios, an der Grenze der Bucht zum Meer. Der Name entstand aus der Abkürzung des Bauprojekts Urbanização Carioca in der Enseada do Botafogo. Am Fuße des Zuckerhuts gelegen, befindet sich hier die Talstation des Bondinho, der Seilbahn auf den Zuckerhut. Hinter der berühmten Praia Vermelha (roter Strand) beginnt der Kletterweg auf den Zuckerhut. Urca ist ohne Zweifel einer der schönsten Stadtteile Rios. Trotz der vielen Touristen ist es gleichzeitig ein sehr ruhiges Wohnviertel.

Foto: CC 3.0 chensiyuan

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