PATH: die Unterwelt von Toronto

Toronto hat etwas, was viele andere Städte gerne hätten: PATH, ein Netzwerk von unterirdischen, klimatisierten Fußgängertunneln und Hallen voller Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistern unterhalb der Innenstadt.

Das über 27 Kilometer lange und 371.600 Quadratmeter große Tunnelsystem gehört mit seinen mehr als 1.200 Geschäften zu den größten Untergrundstädten der Welt. Es handelt sich dabei nicht um ein gradliniges Einkaufszentrum, sondern vereinfacht gesagt um Untergeschosse von Gebäuden bzw. kleineren Einkaufszentren, die miteinander verbunden sind.

Das Tunnelsystem geht auf das Jahr 1900 zurück, als die Gesellschaft des Eaton-Kaufhauses unter der James Street einen Tunnel baute, der den Kunden ermöglichte, vom Hauptgeschäft an der Yonge und Queen Street zur Filiale hinter dem Rathaus zu gelangen. Dieser erste Fußgängertunnel ist original erhalten, heute als Teil des Eaton Centres. 1927 baute man eine unterirdische Verbindung zwischen der Union Station und dem Fairmont Royal York Hotel. In den 1960er und 1970er Jahren begann der systematische Ausbau der Untergrundstadt und die Anbindung zahlreicher Geschäfte. 1987 führte man ein Orientierungssystem ein, welches den Fußgängern den Weg (engl. path) weisen soll. Das beinhaltete die Einführung von Wegweisern, die sich an den Himmelsrichtungen orientierten. Langfristig sind zahlreiche neue Einstiegspunkte und eine Erweiterung des Tunnelsystems auf 60 Kilometer vorgesehen.

Besonders praktisch ist es natürlich, wenn man in einem der angeschlossenen Gebäude arbeitet oder wohnt. So kann man im Winter bei Minusgraden einkaufen, essen oder zum Arzt gehen, ohne sich eine Jacke überziehen zu müssen.

PATH erstreckt sich nach Norden bis zum Busbahnhof an der Dundas Street und Bay Street, nach Süden bis zum Toronto Convention Centre. Seine Hauptachsen verlaufen parallel zur Yonge und Bay Street. Über 50 Gebäude sind an dieses System angeschlossen, darunter die Hockey Hall of Fame, Roy Thomson Hall, Air Canada Centre, Rogers Centre, der CN Tower und die City Hall.

Foto: CC 3.0 Secondarywaltz

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