Mittelalter und Grachten: malerisches Brügge

Belgiens Schmuckkästchen, eine Stadt für Romantiker. Das mittelalterliche Brügge mit seinen Grachten und Kanälen gleicht einem Freilichtmuseum. Innerhalb des Wassergürtels um die Stadt ist alles perfekt – wie gemalt.

Brügge war einst die reichste Stadt Europas, doch dann verlor die Stadt den Zugang zum Meer. Erst durch Versandung, dann durch Besatzung. Die Stadt wurde bitterarm, und blieb es auch über Jahrhunderte. Erst nach Veröffentlichung des Buches „Bruges la Morte“ von Georges Rodenbach, der Brügge so melancholisch und interessant beschrieben hat, und der Eröffnung des Boudewijn-Kanals, der Brügge 1907 wieder mit dem Meer verband, ging es bergauf. Mit dem aufkommenden Tourismus erwachte Brügge so richtig aus dem Dornröschenschlaf. Und wie!

Die armen Jahrhunderte haben durch baulichen Stillstand ein absolut homogenes mittelalterliches Aussehen bewahrt, da kaum abgerissen und neu gebaut wurde. Brügge ist heute sehr wohlhabend, komplett saniert. Ein weltbekanntes, edles Schmuckstück, in dem Werbeplakate verboten sind, durch das Pferdekutschen holpern, und in dem sich die Touristen gegenseitig auf die Schuhe treten. In Brügge brummt der Bär – nicht nur aus ganz Benelux, England und Frankreich pilgert man täglich hierher. Doch nur ein wenig abseits der großen Touristenmagnete findet man ganz stille Gassen.

Eine ganz besondere Empfehlung ist eine Wanderung durch die Stadt in den frühen Morgenstunden, möglichst sonntags – dann hat man das traumhaft romantische Brügge für sich ganz allein.

Top10 Sehenswürdigkeiten in Brügge:

1. Sint-Salvatorkathedraal (Sint-Salvatorkathedrale)

Riesige Kathedrale mit berühmten Kirchenschätzen und Wandteppichen.

2. Onze-Lieve-Vrouwekerk (Liebfrauenkirche)

Riesige gotische Kirche. Der Turm aus dem Jahr 1320 ist 122 Meter hoch. Berühmte Kirchenschätze, unter anderem die Madonna von Michelangelo, einem der wenigen seiner Werke, die den Weg von Italien über die Alpen gefunden haben.

3. Belfort (Belfried)

Der 83 Meter hohe Glockenturm entstand ab 1240 als Teil der Markthallen, wo jene Tuche gehandelt wurden, die die Stadt reich machten. Der Belfried neigt sich um einen Meter – man sieht es kaum, aber es ist der schiefe Turm von Brügge.

4. Grote Markt (Großer Markt)

Sehenswerter Marktplatz mit (neo)gotischen Gebäuden.

5. Stadthuis (Rathaus)

Eines der ältesten Rathäuser der ehemaligen Niederlande, begonnen 1376, im spätgotischen Stil.

6. Begijnhof (Beginenhof)

Einer der schönsten Beginenhöfe Belgiens, 1245 gegründet.

7. Kirchen

Enorme Anzahl und Dichte an wertvollen historischen Kirchen in verschiedenen Stilen (mehr als dreißig sehenswerte Kirchen im Stadtzentrum).

8. Oud Sint-Janshospitaal (Altes Sankt-Jansspital)

Das erste städtische Krankenhaus der Neuzeit.

9. Groeningemuseum

Werke von Hieronymus Bosch, Jan van Eyck, Hans Memling und seinem Schüler Gerard David.

10. Stadspoorten (Stadttore), Molens (Windmühlen)

Vier historische Stadttore und vier Windmühlen rund um das historische Zentrum.

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