Die wallonische Metropole an der Meuse, inmitten lieblicher Hügel und Täler gelegen, ist eine alte Bischofsstadt, die sich überschnell zur Stahl- und Kohleindustriemetropole entwickelt hat.

Die Stadt unweit von Aachen ist eine Stadt für den zweiten Blick: Lüttich glänzt mit einem wunderbaren Zentrum mit großen, historischen Gebäuden, unzähligen uralten Kirchen, schönen historischen Straßen, Gassen, belebten, bunten Plätzen mit Straßencafés und französischem Flair. Lüttich beherbergt große Kunstschätze in zahlreichen Museen. Es gibt überaus viel historisches zu bewundern: Auch die Wohnviertel vor allem rund um das Zentrum sollte man unbedingt erkunden, auf Schritt und Tritt mit Georges Simenon (Kommissar Maigret). Traumhafte Viertel auf Hügeln, Treppenstraßen, Panoramablicke auf die Stadt, Terrassenparks und -gärten, die man zum Teil ganz versteckt und abenteuerlich über Hinterhöfe und verschiedene Treppen erreicht.

Leider hat die Metropole noch sichtbare Schattenseiten, die als erstes ins Auge stechen können: Ungepflegte Asphaltschneisen, die Wand aus schmalen, zehnstöckigen Wohngebäuden aus den 1960ern entlang der Flussufer und mancher Boulevards, einige angeschwärzte Fassaden und leerstehende und verfallene Gebäude können sehr empfindliche Menschen erschrecken. Unter dem Niedergang der Stahl- und Kohleindustrie hat Lüttich seit vielen Jahren besonders stark zu leiden, und ist immer noch nicht gesund: Hohe Arbeitslosigkeit, die Stadt wirkt teilweise vergraut und schmuddelig.

Doch es tut sich in den letzten Jahren sensationell viel: Gebäude werden liebevoll saniert, Fassaden werden frisch gestrichen, man sieht wieder Kräne in der Skyline, die Stadt hat einen neuen Hauptbahnhof, ein Architektur-Meisterwerk von Calavatra, Baulücken werden gefüllt, bei Nacht immer mehr Bauwerke einfallsreich beleuchtet, und schon entstehen erste Luxusappartements in vormals weitgehend vergessenen Ecken. Lüttich hat Potential und Platz für großartige Bauvorhaben, mit denen zum Teil schon begonnen wurde.

Lüttich ist übrigens nach Antwerpen die wasserreichste Stadt in Belgien – noch immer ist ein großer Teil der Stadt eine Insel, und der Binnenhafen ist der zweitgrößte Europas.

Lüttich ist bekannt für gutes Essen – zahlreiche Restaurants und eine gute Gastro-Szene zeugen davon. Und nicht zu vergessen: In Lüttich wurde die Pommes erfunden!

Auch das Nachtleben kommt nicht zu kurz – Lüttich ist für außerordentlich gutes, im Sommer mediterranes Nachtleben bekannt, welches schon Jacques Brel sehr geschätzt hat.

Top10 Sehenswürdigkeiten in Lüttich:

1. Cathédrale Saint-Paul (Kathedrale Sankt-Paul)

Gotische Kathedrale mit angegliedertem Museum des Kirchenschatzes.

2. Kirchen

Enorme Anzahl und Dichte an wertvollen historischen Kirchen in verschiedenen Stilen (mehr als zwanzig sehenswerte Kirchen im Stadtzentrum).

3. Palais des Princes-Évêques (Fürstbischöflicher Palast)

Palast am Hauptplatz.

4. Musée Curtius (Curtius-Museum)

Besonders sehenswertes Renaissance-Gebäude, mit archäologischem Museum im Inneren.

5. Montagne de Bueren (Bauernberg)

Lüttichs berühmte Treppenstraße mit 373 Stufen. Nicht vergessen sollte man das pittoreske Treppenviertel neben der Treppenstraße (Zugang unten links) sowie die Terrassengärten, die man auch über Hinterhöfe hinter dem Fürstbischöflichen Palast erreicht.

6. Hügelviertel

Auch andere idyllische Hügelviertel mit vielen Treppenstraßen vor allem westlich des Zentrums lohnen eine Wanderung.

7. Carré

Berühmtes Gassenviertel in der Altstadt mit umfangreichem Nachtleben.

8. Outremeuse

Volkstümliches Stadtviertel auf einer großen Insel im Zentrum. Geburtsort von Georges Simenon.

9. Cointe

Umwerfendes Villenviertel auf der Hügelkuppe hinter dem Bahnhof Guillemins.

10. Gare Guillemins (Bahnhof Guillemins)

Neuer Hauptbahnhof des Architekten Santiago Calatrava. Noch nicht ganz fertiggestellt, aber wegen seiner geschwungenen Dachkonstruktion trotzdem schon eines der neuen Architekturhighlights Europas.

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